Jubiläum in Gefangenschaft: Das Duisburger Delfinarium feiert am kommenden Samstag 60-jähriges Bestehen. Wie aus einem Medienbericht hervorgeht, beschreibt sich der Zoo als „eine der modernsten Anlagen für Große Tümmler in Europa – mit klarer Bildungs-, Forschungs- und Artenschutzmission“. Vermeintlichen Artenschutzaktivitäten stehen 64 Todesfälle von Delfinen in 60 Jahren gegenüber. [1] PETA positioniert sich gegen das Delfingefängnis, fordert dessen Schließung und eine Überführung der Tiere in ein betreutes Delfin-Sanctuary – eine eingezäunte Meeresbucht, in der ein artgerechtes Leben in echtem Meerwasser endlich möglich ist.
„60 Jahre Gefangenschaft in engen, flachen Betonwänden und 64 tote Delfine sind wahrlich kein Grund zu feiern! Während andere Länder die Delfingefangenschaft längst ablehnen, hält der Zoo Duisburg noch immer an seiner rückschrittlichen Rolle als Gefängniswärter für Meeressäuger fest“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und PETAs Fachreferentin für Wassertiere. „Niemand hat das Recht, Delfine, die in Freiheit täglich bis zu 100 Kilometer weit schwimmen, lebenslang in enge Betonbecken einzusperren und dabei billigend in Kauf zu nehmen, dass sie an einer Schädelfraktur sterben. Ein Beispiel hierfür ist das Delfinbaby Domingo, das 2023 im Delfinarium Duisburg im Alter von sieben Monaten durch einen ,Unfall‘ verstarb.“
Appell Richtung Semi-Freiheit
PETA appelliert seit Jahren an die Bundesregierung, dem Vorbild anderer Nationen zu folgen und die Haltung von Delfinen zu untersagen. In Frankreich wurde ein Verbot für Delfinshows und die Zucht der Meeressäuger verhängt, das am 2. Dezember 2026 in Kraft tritt. Derzeit wird eine Auffangstation für die Tiere des Marinelands in Antibes gesucht. Auch in Österreich, der Schweiz, Großbritannien und vielen anderen Ländern gibt es keine Delfinarien mehr. In Belgien muss das letzte Delfinarium bis 2037 endgültig schließen. Mexiko hat im Juni ein Verbot von Delfinshows sowie der Zucht erlassen. In Deutschland hingegen werden Delfine noch immer für bis zu vier Shows am Tag, klägliche Zuchtversuche und Tauschgeschäfte mit Zoos in anderen EU-Ländern missbraucht.
Auf Bali gibt es bereits ein Sanctuary für Delfine [2] und in Nova Scotia eröffnet demnächst eine Auffangstation für Orcas in Gefangenschaft.
In Gefangenschaft mit Psychopharmaka behandelt
Der Zoo Duisburg wurde von Ric O’Barry, dem ehemaligen Trainer der „Flipper“-Delfine, als größter „Delfinfriedhof“ Europas bezeichnet. [3] Derzeit leben hier sieben Delfine auf engstem Raum. [4] Studien zeigen, dass Delfine in Gefangenschaft sowohl körperlich als auch seelisch leiden. [5] In den Ozeanen leben die Meeressäuger in komplexen Sozialverbänden und können sich ihre Freunde aussuchen. Sie schwimmen teils mehr als 100 Kilometer am Tag und tauchen mehrere hundert Meter tief. Im Delfinarium hingegen können sie nicht in den Wellen spielen, in der Strömung treiben, gemeinsam jagen oder sich ausruhen, wann sie möchten. Um die Enge und den Stress überhaupt ertragen zu können, werden Delfine in Gefangenschaft mitunter auch mit Psychopharmaka behandelt.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
