Über eine Kleinanzeigenplattform wurde PETA Anfang Juli auf ein Kaninchen aufmerksam, das dort zum Verkauf angeboten wurde. Das Tier befand sich in einem kleinen Käfig auf einem Balkon nahe Ingolstadt. Im Rahmen einer Rettungsaktion konnte das Kaninchen aus der Haltung befreit werden. Bei der anschließenden tierärztlichen Untersuchung zeigte sich, dass sich das Kleintier in einem äußerst schlechten Gesundheitszustand befand. Neben der lebensbedrohlichen Belastung durch die sommerlichen Temperaturen litt das Tier unter massiv überwachsenen Zähnen. Diese reichten dem Kaninchen bis fast in seine Nase. ImTierheim Erlangen hat das Tier nun einen liebevollen Aufnahmeplatz bekommen und erhielt dort den Namen Filipp.
„Wir sind erleichtert, dass das kleine Kaninchen in letzter Minute gerettet werden konnte. Nicht nur die aktuelle Sommerhitze stellt für Kaninchen in ungeschützter Außenhaltung eine große Gefahr dar, auch die massiv fehlgestellten Zähne hätten unbehandelt schnell lebensbedrohliche Folgen haben können“, so Jana Hoger, Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA. „Wir sind sehr froh, dass der Kleine nun die Hilfe bekommt, die er dringend braucht. Jetzt hat Filipp über das Tierheim Erlangen endlich die Chance auf ein liebevolles Zuhause, in dem verantwortungsvolle Menschen dauerhaft für sein Wohlergehen sorgen.“
Die Behandlung der Zähne erfolgte sofort. Doch das Kaninchen wird ein Leben lang Probleme mit dem Zahnapparat haben und regelmäßig eine Kürzung der Vorderzähne benötigen. Das Kaninchen wird noch kastriert und geimpft und sucht dann ein verantwortungsvolles Zuhause auf Lebenszeit.


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Zucht begünstigt schmerzhafte Zahnprobleme
Zahnprobleme bei Kaninchen sind oft auf eine zuchtbedingte Zahnfehlstellung durch eine Kieferverkürzung durch Zwergwuchs zurückzuführen. Sie sind eine der häufigsten Gesundheitsprobleme. Besonders Tiere mit sehr kurzen, runden Köpfen, wie etwa Zwergkaninchen, haben ein erhöhtes Risiko für Kiefer- und Zahnfehlstellungen. Da die Zähne lebenslang wachsen, können Fehlstellungen dazu führen, dass sie nicht mehr richtig abgerieben werden und schmerzhaft überwachsen. Studien zeigen, dass bei etwa einem Drittel bis fast der Hälfte der untersuchten Heim- und Rassekaninchen Zahnprobleme auftreten können. [1]
Heimtierschutzgesetz könnte Tierleid verhindern
PETA fordert ein Heimtierschutzgesetz, das allen sogenannten Haustieren, die derzeit größtenteils in einem rechtsfreien Raum leben, den nötigen Schutz und ein tiergerechtes Leben ermöglicht sowie Qualzuchten beendet. Ein verpflichtender Sachkundenachweis für alle, die Tiere halten möchten, könnte dazu beitragen, gravierende Haltungsfehler und vermeidbares Tierleid zu verhindern, indem Halterinnen und Halter bereits vor Aufnahme eines tierischen Mitbewohners die grundlegenden Bedürfnisse und gesundheitlichen Risiken der jeweiligen Tierart kennenlernen. Zudem könnte ein solcher Nachweis von einem eventuellen „Impulskauf“ abhalten.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
