Fiakerunfall in Wien: Fahrer und zwei Touristen aus Sachsen verletzt – PETA fordert Fiakerverbot von Bürgermeister Michael Ludwig

Kutsche im Wald, totes Pferd

Einem Medienbericht zufolge kam es am Freitagnachmittag zu einem schweren Fiakerunfall in Wien. Vier Touristen aus Sachsen fuhren in einem Fiaker durch die österreichische Hauptstadt. Den Angaben zufolge erschraken die Pferde beim Abbiegen an einer Kreuzung und galoppierten plötzlich los. Das Gespann streifte ein Baugerüst, woraufhin der Fahrer aus dem Gefährt fiel und überrollt wurde. Kurz darauf prallte eines der Pferde gegen eine Betonleitwand und stürzte, wodurch der Fiaker schließlich zum Stehen kam. Der 53-jährige Fahrer musste mit Prellungen im Krankenhaus behandelt werden, zwei der Touristen aus Sachsen erlitten Abschürfungen. Die beiden Pferde wurden ebenfalls verletzt. PETA appelliert heute an Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, ein Fiakerverbot in Wien einzuführen.

„Pferde sind Fluchttiere, die schon bei kleinsten Störungen erschrecken. Immer wieder kommt es in Wien zu Fiaker-Unfällen. Es ist längst überfällig, die Gespanne aus dem Straßenverkehr zu verbannen“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Hinzu kommt, dass die Fiaker weder über sichere Bremssysteme noch Airbags oder eine Knautschzone verfügen. Solche Unfälle sollten zu der Erkenntnis führen, dass Fiakerfahrten ein erhebliches Risiko darstellen.“

Immer wieder Fiaker-Unfälle in Wien

PETA wandte sich bereits 2017 und 2021 aufgrund von mehreren Unfällen mit Fiakern an die Parteien im Wiener Gemeinderat. Auch in anderen Teilen Österreichs ereignen sich immer wieder schwere Fiakerunfälle.

Situation in Deutschland

In Deutschland wurden 2025 bei insgesamt 39 Kutschunfällen mindestens 58 Menschen verletzt, viele von ihnen schwer. Darüber hinaus starben vier Pferde, mindestens acht weitere erlitten Verletzungen. Die mit Abstand häufigste Unfallursache war das Erschrecken eines oder mehrerer Pferde. 2024 gab es mindestens 38 Kutschunfälle.

Die häufig schweren Verläufe der Unfälle sind vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen. Rothenburg ob der Tauber beschloss 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte.

Tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt

PETA setzt sich für ein Verbot von Pferdekutschen ein. Die sensiblen und sozialen Lauftiere möchten in einer Herde leben. Sie benötigen gute Nahrung und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, führt das auf Dauer zu seelischem Leid und körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.

Kutsche im Wald, totes Pferd

Das druckfähige Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Kontakt

Kontakt
Kopieren