„Hell on Wheels“ auf dem Wasen in Stuttgart: PETA konfrontiert Menschen mit den Schreien von Schweinen aus Tiertransporter

Ein Truck von PETA, auf dem Bilder von Schweinen auf dem Weg ins Schlachthaus gedruckt sind.

Die Hölle auf Rädern: Wer am Sonntag auf den Wasen geht, wird die panischen Schreie aus dem „Hell on Wheels“-Truck am Eingang nicht überhören. PETAs realistisch gestalteter Schweinetransport-LKW, der so aussieht, als befänden sich darin lebende Tiere, spielt reale Tonaufnahmen von Schweinen ab, die auf dem Weg zum Schlachthof in Todesangst schreien. Mit der Botschaft „Stört Sie das? Dann leben Sie vegan“ konfrontiert PETA Passantinnen und Passanten mit dem Tierleid in der Fleischindustrie. Hintergrund dafür ist neben dem großen Fleischangebot auf dem Wasen, das Landwirtschaftliche Hauptfest, das dieses Jahr Teil des Cannstatter Volksfests ist. An die Veranstalter appelliert die Tierschutzorganisation, zukunftsweisende, vegane Konzepte der Agrarindustrie in den Fokus zunehmen. Sie fordert dazu auf, keine Tiere auf der Messe auszustellen.

Details zur Aktion:
Datum: Sonntag, 27. September 2026
Uhrzeit: 12:30 bis 14:00 Uhr  
Ort: Mercedesstraße 35, 70372 Stuttgart-Bad Cannstatt
Kontakt vor Ort: Lisa Kainz (Den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her.)

„Für jedes Stück Fleisch wurde ein empfindungsfähiges Individuum nach einem kurzen, entbehrungsreichen Leben für seine oft stundenlange Todesfahrt in einen Transporter gezwängt“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin bei PETA. „Unser LKW ‚Hell on Wheels‘ ist ein Appell an alle Menschen, diese grausame Ausbeutung nicht mehr zu unterstützen und vegan zu leben.“

Das Landwirtschaftliche Hauptfest findet alle vier Jahre statt und ist an den Cannstatter Wasen angeschlossen. Auf der größten Fachmesse für Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft in Süddeutschland werden über 600 fühlende Lebewesen in sechs Zelten „ausgestellt“. Der Transport, die Besuchermassen, der Lärm und die fremde Umgebung bergen ein hohes Stresspotenzial für die Tiere.

Grausame Praktiken in der Schweinehaltung

Für Schweine in der tierhaltenden Landwirtschaft beginnt das Leid lange vor ihrer Tötung. Ferkeln werden oftmals die Schwänze abgeschnitten, ihre Zähne mit Zangen gekürzt und die männlichen Tiere in einer traumatisierenden Prozedur kastriert. Nach rund sechs Monaten folgt der Transport: Auf engem Raum eingepfercht legen die Tierkinder unter massivem Stress, häufig mit Schmerzen und bei fast jeder Witterung teils Hunderte Kilometer zurück. Verletzungen, Herzinfarkte, Hitzestress, Durst und Kälte sind keine Seltenheit. Im Schlachthof betäuben Mitarbeitende die Tiere mittels Strom oder Gas. CO₂-Gas löst schmerzhafte Erstickungserscheinungen und damit einen Todeskampf aus – und auch die Strombetäubung ist fehleranfällig. Fehlbetäubungen sind an der Tagesordnung und führen dazu, dass Schweinen die Kehle bei Bewusstsein durchtrennt wird.

PETA legt strategischen Ausstiegsplan vor

Die tierhaltende Landwirtschaft tötet allein in Deutschland jedes Jahr rund 750 Millionen fühlende Lebewesen und gehört zu den ressourcenintensivsten und umweltschädlichsten Wirtschaftszweigen unserer Zeit. [1] Eine Agrarwende hin zur tierfreien Landwirtschaft könnte das Leben künftiger Generationen sichern sowie die Folgen der Klimakatastrophe abmildern. PETA hat deshalb Ende Mai 2025 einen Strategieplan zum Ausstieg aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf. Die Tierrechtsorganisation zeigt anhand konkreter Schritte, wie der Umstieg auf veganen Ökolandbau gelingen kann. Pflanzliche Nahrungsmittel sparen im Vergleich zu tierischen Produkten zahlreiche Ressourcen ein und können weitaus umweltschonender hergestellt werden.

Ein Truck von PETA, auf dem Bilder von Schweinen auf dem Weg ins Schlachthaus gedruckt sind.
Der „Hell on Wheels“-Truck sieht aus, als befänden sich darin echte Schweine. Die im Inneren des Transporters abgespielten Schreie sind real und stammen von Tieren, die sich auf dem Weg zum Schlachthof befanden. / © PETA USA

Das Bild kann hier heruntergeladen werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Shepon et al. (2018): The opportunity cost of animal based diets exceeds all food losses. Online abrufbar unter: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.1713820115. (25.08.2026).

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