Immer mehr Automobilhersteller reagieren auf die steigende Nachfrage nach hochwertigen Fahrzeuginnenräumen ohne Wolle, Leder oder andere Materialien, für die Tiere ausgebeutet werden. Das zeigt die dritte PETA-Umfrage zu veganen Fahrzeuginnenräumen. Zahlreiche Unternehmen setzen im Fahrgastraum auf tierleidfreie Alternativen wie recycelte Materialien, wiederverwertete PET-Flaschen sowie Hanf- und Kenaffasern. Besonders hervorzuheben sind folgende Entwicklungen:
- Renault verwendet mittlerweile ausschließlich tierfreie Materialien für sämtliche Fahrzeuginnenräume.
- BMW hat sein Angebot an veganen Innenausstattungen auf weitere Modelle ausgeweitet. Dazu gehören der 1er, 3er, 4er und 5er sowie der i3, i4, i5, iX3 und X3.
- MINI bietet inzwischen vegane Varianten der Modelle Cooper, Aceman und Countryman an.
- Škoda bietet für die Modelle Fabia, Scala und Kamiq sowie die neuen Modelle Epiq und Peaq vegane Innenausstattungen an.
- Tesla verwendet mittlerweile ausschließlich vegane Materialien für sämtliche Fahrzeuginnenräume.
„Ob BMW und Škoda, die ihr Angebot an veganen Innenausstattungen erweitern, oder Renault und Tesla, die vollständig auf tierfreie Materialien setzen: Die Unternehmen zeigen, dass sich hochwertige und langlebige Fahrzeuginnenräume herstellen lassen, ohne Kühen, Schafen oder anderen Tieren Leid zuzufügen“, so Mimi Bekhechi, Senior Vize-Präsidentin bei PETA UK, Europa und Australien. „Führende Automobildesigner präsentieren bereits Konzeptfahrzeuge mit luxuriösen Innenausstattungen aus Pilzen, Kakteen, Trauben und Hanf. Die Frage ist längst nicht mehr, ob vegane Materialien eine Alternative zu Leder und Wolle sind, sondern wann sie sich durchsetzen werden.“
Die Wollproduktion verschärft die Klimakatastrophe
Wiederkäuer wie Schafe oder Ziegen verursachen jährlich 474 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente, was der Klimabelastung durch 103 Millionen Autos entspricht. PETA und ihre internationalen Partnerorganisationen haben in mehr als 150 Betrieben der Wollindustrie in Australien, Europa, Nord- und Südamerika aufgedeckt, dass Schafe systematisch geschlagen, verstümmelt und für ihre Wolle sogar bei lebendigem Leib gehäutet werden.
Drei Rinder für einen PKW: Aufnahmen zeigen Tierquälerei in der Lederindustrie
Enthüllungen von PETA Deutschland haben das ganze Ausmaß der Tierquälerei in der Lederindustrie ans Licht der Öffentlichkeit gebracht. Die Aufnahmen zeigen Kälber, denen Brandzeichen im Gesicht zugefügt werden. Rinder werden mit Elektroschocks gequält und mit Schlägen misshandelt, bevor sie für ihre Haut getötet werden. Um den Innenraum eines einzigen PKW mit Leder auszustatten, sind die Häute von drei Rindern erforderlich. Darüber hinaus ist die Lederproduktion umweltschädlich. Bei der Verarbeitung der Tierhäute kommen bis zu 130 verschiedene Chemikalien zum Einsatz, darunter auch Zyanid. Zudem verursacht die Lederproduktion erhebliche Treibhausgasemissionen.
Was als veganer Innenraum gilt
Als vegan gelten Fahrzeuginnenräume, die vollständig frei von Leder, Wolle und Seide sind. Dazu zählen Sitzoberflächen und Verkleidungen ebenso wie Lenkrad, Schalthebel und alle weiteren Materialverkleidungen im Fahrgastraum. Zu den Herstellern, die bei dieser Entwicklung zurückbleiben, gehören Rolls-Royce und Ferrari. Beide Unternehmen konnten keine Modelle mit veganer Innenausstattung nennen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
