Jagdunfall im Innkreis: Auto hat Einschussloch – PETA fordert Ende der Hobbyjagd in Österreich

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Laut einem Medienbericht hat am Freitag vermutlich ein Schuss aus einem Jagdgewehr das Auto einer 36-jährigen Frau aus dem Bezirk Ried im Innkreis getroffen. Die Frau bemerkte ein Einschussloch bei einem Rundgang um ihr Fahrzeug, nachdem es Kühlflüssigkeit verloren hatte. Am Wohnort der Frau hatten Jäger bei einer Nachsuche nach einem Reh Schüsse abgegeben. PETA weist darauf hin, dass bei der Jagd im deutschsprachigen Raum jedes Jahr Hunderttausende Tiere erhebliches Leid durch Fehlschüsse erleiden und dass mehrere Dutzend Menschen dabei getötet oder verletzt werden. Die Tierrechtsorganisation fordert von der Bundesregierung ein Verbot der Hobbyjagd in Österreich.


„Es ist ein großes Glück, dass dieser ‚verirrte’ Schuss keinen Menschen verletzt oder gar getötet hat. Wie oft müssen Unfälle dieser Art noch geschehen, bevor die für Mensch und Tier gefährlichen Jagden endlich verboten werden?“, so Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin bei PETA. „Jahr für Jahr ereignen sich zahlreiche Tragödien, weil schießwütige Hobbyjäger verantwortungslos in der Gegend herumballern. Ein Eingreifen des Gesetzgebers ist längst überfällig.“
 

Unfälle mit tödlichen Schüssen und Gewalttaten häufen sich

In den vergangenen Jahren sorgten bereits zahlreiche schwere Jagdunfälle für Empörung. Bei der Jagd auf Wildschweine im Bezirk Mistelbach wurde im November 2022 ein 47-jähriger Jäger angeschossen und mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. In Deutschland verletzte Anfang Mai ein Jäger bei Bad Hönningen seinen Begleiter, weil sich beim Entladen der Waffe ein Schuss löste. Im Januar hat ein 22-Jähriger in Warburg von einem Hochsitz aus seinen 23-jährigen Bekannten auf einem nahegelegenen Nachbarhochsitz tödlich getroffen. Ebenfalls im Januar wurde in Beckeln einer 58-Jährigen von einem Jäger in den Oberschenkel geschossen. Im November 2025 hat der Oberbürgermeister von Brand-Erbisdorf seinen 20-jährigen Begleiter angeschossen, als sich beim Kontrollieren des Ladezustandes ein Schuss aus der Waffe löste. Ende April 2025 wurde ein 69-Jähriger in Haltern am See schwer verletzt, als sich ein Schuss aus der Jagdwaffe seines 56-jährigen Begleiters löste. Im selben Monat erschoss sich ein Jäger in Hagen versehentlich selbst, als sich bei der Beobachtung von Wildschweinen ein Schuss aus seiner Waffe löste. Anfang Januar 2025 wurde ein Jäger auf einem Hochstand bei Ruchow von einer mutmaßlich verirrten Kugel eines Jagdkollegen tödlich getroffen.

Renommierte Fachleute bestätigen: Jagd ist grausam und überflüssig

Anerkannte Studien belegen, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Jagd besteht. So müssen dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge Wölfe nicht durch menschliche Jagende ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet [1]. Auch englische Fachleute kamen zu dem Ergebnis, dass sich beispielsweise Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit und sozialen Faktoren von selbst regulieren [2]. Die Jagd hingegen zerstört die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt. Verluste in der Population werden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar überkompensiert. Die Jagd ist unnötig, kontraproduktiv und grausam.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Servanty et al. (2009): Pulsed resources and climate-induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of Animal Ecology. Nr. 78, Issue 6.
[2] Baker, P., Harris, S. & White, P. (2006): After the hunt: The future for foxes in Britain. Report. University of Bristol/University of York. / Baker, P. & Harris, S. (2006): Does culling reduce fox (Vulpes vulpes) density in commercial forests in Wales, UK. Springer-Verlag 2005.

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