Jagdunfall in Johanniskreuz: Dritter Jäger seit Ende August erschossen – PETA fordert Innenminister Dobrindt zum Handeln auf

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Laut einem Medienbericht ist ein 48-jähriger Mann am Dienstagvormittag während einer Drückjagd in Johanniskreuz regungslos auf seinem Hochsitz entdeckt worden sein. Zeugen hätten vergeblich versucht, ihn wiederzubeleben. Der Jäger sei offenbar durch einen Schuss tödlich verletzt worden. Die Polizei ermittelt zu den genauen Umständen und habe mehrere Schusswaffen sichergestellt. Zuvor waren jeweils ein Jäger am 30. August in Dürrholz und am 13. September bei Jänickendorf durch Schüsse umgekommen. Im Januar starb ein weiterer Jäger auf einem Hochsitz bei Warburg. Da Jäger Unbeteiligte und Tiere häufig durch „Fehlschüsse“ schwer verletzen und immer wieder auch absichtlich Schusswaffen gegen andere Menschen einsetzen, forderte PETA Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bereits im Januar in einem Schreiben dazu auf, das Waffenrecht zu verschärfen und ein Verbot der Hobbyjagd einzuleiten.

„Wie viele Menschen und Tiere müssen noch verletzt werden oder sterben, bevor Innenminister Dobrindt endlich handelt? Jedes Jahr ereignen sich zahlreiche solcher Tragödien, weil schießwütige Spaßjäger verantwortungslos mit tödlichen Waffen hantieren“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Dass meist Tiere die Leidtragenden von Fehlschüssen sind und sich schwerverletzt durch den Wald quälen, wird von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.“

Unfälle mit tödlichen Schüssen und Gewalttaten häufen sich

Neben absichtlichen Gewalttaten durch Jäger kam es in der jüngeren Vergangenheit zu zahlreichen schweren Jagdunfällen. Im September ist ein 56-Jähriger bei einer Jagd im Waldgebiet bei Jänickendorf ums Leben gekommen. In der Nacht des 30. August wurde ein 50-Jähriger auf einem Maisfeld im rheinland-pfälzischen Dürrholz tödlich verletzt, als sich ein Schuss löste. Im Januar hat ein 22-Jähriger in Warburg von einem Hochsitz aus seinen 23-jährigen Bekannten auf einem nahegelegenen Nachbarhochsitz tödlich getroffen. Ebenfalls im Januar wurde in Beckeln einer 58-Jährigen von einem Jäger in den Oberschenkel geschossen. Im November 2025 hat der Oberbürgermeister von Brand-Erbisdorf seinen 20-jährigen Begleiter angeschossen, als sich beim Kontrollieren des Ladezustandes ein Schuss aus der Waffe löste. Ende April 2025 wurde ein 69-Jähriger in Haltern am See schwer verletzt, als sich ein Schuss aus der Jagdwaffe seines 56-jährigen Begleiters löste. Im selben Monat erschoss sich ein Jäger in Hagen versehentlich selbst, als sich bei der Beobachtung von Wildschweinen ein Schuss aus seiner Waffe löste.

Renommierte Fachleute bestätigen: Jagd ist grausam und überflüssig

Anerkannte Studien belegen, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Jagd besteht. So findet dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten statt. [1] Auch englische Fachleute kamen zu dem Ergebnis, dass sich beispielsweise Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit und sozialen Faktoren von selbst regulieren. [2] Die Jagd hingegen zerstört die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt. Verluste in der Population werden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar überkompensiert. Die Jagd ist unnötig, kontraproduktiv und grausam. Den rund 400.000 Hobbyjagenden in Deutschland stehen nur etwa 1.000 Berufsjägerinnen und -jäger, vor allem Forstbeamte, gegenüber.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Servanty et al. (2009): Pulsed resources and climate-induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of Animal Ecology. Nr. 78, Issue 6.
[2] Baker, P., Harris, S. & White, P. (2006): After the hunt: The future for foxes in Britain. Report. University of Bristol/University of York. / Baker, P. & Harris, S. (2006): Does culling reduce fox (Vulpes vulpes) density in commercial forests in Wales, UK. Springer-Verlag 2005.

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