Krefeld: Erneut Würgeschlange gefunden – PETA bietet 500 Euro Belohnung für Hinweise und fordert deutschlandweites Haltungsverbot von Wildtieren

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Einem Medienbericht zufolge wurde in Krefeld erneut eine Schlange entdeckt. Passanten haben das Tier am Freitagmittag auf einer Grünfläche am Nauenweg im Westbezirk gefunden. Ein reptilienkundiger Mitarbeiter der hinzugezogenen Feuerwehr konnte die Schlange einfangen und ins Krefelder Tierheim bringen. Es handelt sich um eine 1,20 Meter lange Boa constrictor. Das ist bereits der zweite Schlangenfund am Nauenweg innerhalb weniger Wochen: Erst Anfang August wurde dort in einem Garten eine zweieinhalb Meter lange Boa entdeckt. Anlässlich der Funde fordert PETA den Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer auf, Handel und Haltung von exotischen Tieren für Privatpersonen zu verbieten. Lediglich bestehende Haltungen sollten bis zum natürlichen Lebensende der Tiere fortgeführt werden dürfen.

PETA setzt Belohnung aus

Um den Fall aufzuklären, setzt PETA erneut eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der Verantwortlichen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.

„Dass innerhalb weniger Wochen gleich zwei Schlangen in Krefeld gefunden wurden, zeigt die große Problematik des weitgehend unregulierten Handels mit wilden und teilweise gefährlichen Tieren. Viele Menschen unterschätzen die hohen Ansprüche dieser Tiere – mit fatalen Folgen, wenn sie ausgesetzt werden und plötzlich in einer völlig ungeeigneten Umgebung ums Überleben kämpfen. Nun muss geklärt werden, ob gar beide Tiere aus einer Haltung kommen und noch weitere Lebewesen in Gefahr sind“, so Jana Hoger, Tierpsychologin und Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Obwohl die Tiere in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden können, sind etliche von ihnen im Internet frei verkäuflich. Es besteht nicht einmal eine Anzeigepflicht für alle Arten. Zum Schutz von Mensch und Tier fordern wir ein generelles Haltungs- und Verkaufsverbot von Wildtieren.“

PETA fordert generelles Haltungsverbot von Wildtieren in Privathaushalten

Die Tierrechtsorganisation kritisiert, dass der Kauf von gefährlichen und anspruchsvollen Tieren unabhängig von dringend erforderlichem Fachwissen noch immer erlaubt ist. In der Folge brechen jedes Jahr Hunderte wilde Tiere aus ihren Terrarien aus oder werden von überforderten Personen einfach ausgesetzt. Tierheime und Tierauffangstationen sind häufig überfüllt mit Wildtieren, die einen besonders großen Anspruch an ihren Lebensraum haben. Eine tierärztliche Fallstudie, bei der rund 150 verstorbene Reptilien untersucht wurden, kam zu dem Ergebnis, dass 51 Prozent der Tiere an durch Haltungsfehler verursachten Krankheiten litten. [1]

Das Ergebnis einer Studie, welche vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) 2020 vorgestellt wurde, bestätigt zudem, dass der Handel mit „exotischen“ Wildtieren zum weltweiten Artensterben beiträgt und dass besonders aus Gründen des Arten- und Naturschutzes dringend entsprechend gehandelt werden muss.

Auch wenn es sich um ungiftige Tiere handelt, können Wildtiere gefährlich für den Menschen sein: Studien zufolge übertragen die meisten Reptilien gesundheitsgefährdende Salmonellenarten; geschätzte 90 Prozent der Tiere tragen die Erreger in sich. Auf den Menschen übertragene Salmonellen können im Extremfall zur Hirnhautentzündung oder zum Tod des Menschen führen – vor allem Kinder sowie immungeschwächte und ältere Menschen sind gefährdet. Schätzungen des Robert-Koch-Instituts zufolge rührt jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von „exotischen“ Tieren her. [2]

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Schmidt, Volker (2008): Die Bedeutung von haltungs- und ernährungsbedingten Schäden bei Reptilien. Eine retrospektive pathologische Studie, 4. Leipziger Tierärztekongress.
[2] Robert Koch-Institut (2013): Salmonella-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern durch Kontakt zu exotischen Reptilien. Epidemiologisches Bulletin. 4. März 2013 / Nr. 9.

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