Am Freitagnachmittag kam es in Panschwitz-Kuckau zu einem Kutschunfall. Laut Medienberichten befuhr eine Kutsche mit sechs Insassen den Waldweg Trebenja aus Richtung Crostwitz, als sie aus noch ungeklärter Ursache umkippte. Vier Menschen wurden verletzt. Der 75-jährige Kutschführer und eine 52-jährige Frau mussten im Krankenhaus behandelt werden. Nach Polizeiangaben blieb das Pferd unverletzt. PETA appellierte angesichts dieses Vorfalls heute an Landrat Udo Witschas, ein Verbot von Pferdekutschen im Landkreis Bautzen einzuführen. Die Tierrechtsorganisation warnt seit vielen Jahren vor den Risiken bei der Nutzung von Pferden vor Kutschen.
„Pferde sind Fluchttiere, die schon bei kleinsten Störungen erschrecken. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen – teils mit tödlichem Ausgang. Hinzu kommt, dass die Gespanne weder sichere Bremssysteme noch Airbags oder eine Knautschzone haben“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Solche Unfälle sollten zu der Erkenntnis führen, dass die Verwendung von Pferdekutschen ein erhebliches Risiko darstellt. Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist deshalb ein Verbot von Kutschfahrten.“
38 Unfälle bei Kutschfahrten im Jahr 2024
Jährlich ereignen sich Dutzende Unfälle mit von Pferden gezogenen Kutschen. 2024 wurden bei insgesamt 38 Kutschunfällen in Deutschland mindestens 65 Menschen verletzt, viele von ihnen schwer. Darüber hinaus starben 2024 vier Pferde, mindestens 17 weitere erlitten Verletzungen. Die mit Abstand häufigste Unfallursache war ein Erschrecken eines oder mehrerer Pferde. 2023 gab es mindestens 30 Kutschunfälle.
Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass die häufig schweren Verläufe der Unfälle vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen sind. Rothenburg ob der Tauber beschloss 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte.
Tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt
PETA setzt sich für ein Verbot von Pferdekutschen ein. Die sensiblen und sozialen Lauftiere möchten in einer Herde leben. Sie benötigen gute Nahrung und stets frisches Wasser, Pflege und falls notwendig medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, bedeutet das für die Tiere ein leidvolles Leben und führt auf Dauer zu seelischen und körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
