Landkreis Bamberg: Sechs Kaninchen dem Hitzetod überlassen – PETA erstattet Strafanzeige und fordert Tierhalte- und Betreuungsverbot für Verantwortliche

Totes Kaninchen liegt auf Stroh

Anfang Juli erreichte PETA eine Whistleblower-Meldung zu einer Kaninchenhaltung im Landkreis Bamberg. So sollen sechs Tiere über einen langen Zeitraum ohne Schatten in ihren eigenen Ausscheidungen bei über 40 Grad Lufttemperatur zurückgelassen worden sein. Zwei Tiere seien an einem Hitzschlag gestorben. Die überlebenden Kaninchen wurden in Sicherheit gebracht. Da ihr Tod nach PETAs Auffassung vermeidbar gewesen wäre, erstattete die Tierrechtsorganisation Anzeige gegen die haltenden Personen bei der Staatsanwaltschaft Bamberg wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Außerdem fordert PETA ein Tierhalte- und Betreuungsverbot.

„Wer Tiere so zurücklässt, setzt sie bewusst einem tödlichen Risiko aus. Denn Kaninchen reagieren äußerst sensibel auf hohe Temperaturen“, so Jana Hoger, Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA. „Die Halter haben extrem verantwortungslos gehandelt und sollten nach unserer Auffassung keine Tiere mehr halten dürfen. Wir erwarten, dass die Behörden den Fall konsequent verfolgen und sicherstellen, dass die überlebenden Kaninchen dauerhaft geschützt werden.“

Totes Kaninchen liegt auf Stroh

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Hitze führt bei Kaninchen schnell zu lebensbedrohlichen Zuständen

Kaninchen gehören zu den hitzeempfindlichsten Haustieren überhaupt, weil ihr Körper Wärme nur sehr begrenzt regulieren kann. Sie besitzen keine Schweißdrüsen und können überschüssige Wärme daher nicht durch Schwitzen abgeben. Ihre normale Körpertemperatur liegt bereits relativ hoch, und das dichte Fell speichert zusätzlich Wärme. Kaninchen kühlen sich hauptsächlich über die großen Ohrflächen – doch bei hohen Außentemperaturen reicht dieser Mechanismus nicht aus. Schon Temperaturen ab etwa 25 Grad können für sie belastend sein, ab 30 Grad steigt das Risiko eines Hitzschlags deutlich, und bei extremen Temperaturen wie über 35 oder 40 Grad geraten Kaninchen sehr schnell in lebensbedrohliche Zustände. Stress, Enge, fehlende Luftzirkulation und direkte Sonneneinstrahlung verstärken die Gefahr zusätzlich.

Tiere brauchen Schatten und frisches Wasser

Ein Hitzschlag äußert sich bei Kaninchen oft durch schnelle Atmung, Apathie, Krampfanfälle oder Lautäußerungen – ein akuter Notfall, der ohne sofortige Hilfe tödlich enden kann. Um das Risiko zu vermeiden, müssen Kaninchen jederzeit Zugang zu Schatten, kühlen Rückzugsorten und frischem Wasser haben. Trinkflaschen sind nicht nur unhygienisch, sondern erhitzen sich auch schnell, daher sind Wassernäpfe besser geeignet. Gute Luftzirkulation ist entscheidend, ebenso wie ausreichend Platz: Kleine Käfige oder Einzelhaltung in geschlossenen Bereichen sind nicht nur nicht artgerecht, sondern stauen Wärme und erhöhen die Gefahr massiv. Kühlmöglichkeiten wie gefrorene Wasserflaschen, feuchte Tücher oder kühle Fliesen können helfen, die Tiere bei Hitze zu entlasten. Kaninchen dürfen niemals unbeaufsichtigt in der Sonne oder in schlecht belüfteten Ställen zurückgelassen werden – selbst ein nur kurzer Zeitraum kann ausreichen, um einen Hitzschlag auszulösen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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