Landtagskandidatin Chantal Messing lädt zu Currywurst ein – PETA ruft zu politischer Verantwortlichkeit und Mitgefühl für alle Lebewesen auf

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Am Donnerstag findet in Meerbusch eine Wahlkampfveranstaltung der SPD-Landtagskandidatin Chantal Messing statt. Unter dem Motto „Currywurst ist SPD. Ehrlich. Bodenständig. Direkt“ lädt sie Bürgerinnen und Bürger zum Essen ein. PETAs Ansicht nach wird bei der Veranstaltung politische Nähe mit einem Produkt inszeniert, das auf massiver Umweltzerstörung und der Ausbeutung fühlender Lebewesen basiert. Deshalb hat die Tierrechtsorganisation Chantal Messing kontaktiert und dafür sensibilisiert, künftig politische Veranstaltungen rein pflanzlich auszurichten, um so ein Zeichen für Mitgefühl gegenüber Tieren zu setzen und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.

„Es ist geschmacklos, Produkte, die auf dem Leid von Schweinen basieren, als politisches Kulturgut und Identitätsmerkmal einer Partei zu inszenieren“, so Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Alleine in Deutschland werden jährlich 45 Millionen Schweine eingesperrt, ausgebeutet und gewaltvoll getötet. Hinzu kommt, dass die landwirtschaftliche Tierhaltung zu den Hauptverursachen der größten Umweltprobleme unserer Zeit gehört. Eine zukunftsfähige Politik sollte daran arbeiten, dass dies ein Ende hat. Wir hoffen, Frau Messing setzt künftig ein Zeichen für Mitgefühl und zeigt echte Verantwortung für nachfolgende Generationen – denn die Zukunft ist pflanzlich.“

Tiere leiden in allen Haltungsformen

Allein in Deutschland werden für die Ernährungsindustrie jedes Jahr über 750 Millionen fühlende Landlebewesen getötet. Vor ihrem gewaltsamen Tod werden die Tiere unvorstellbar grausamen Eingriffen unterzogen. So ist es beispielsweise in der Tierwirtschaft legal, Körperteile ohne Betäubung zu amputieren, Kälber meist umgehend nach der Geburt von ihren Müttern zu trennen, Schweine in engen Kastenständen oder Kühe in der Anbindehaltung zu fixieren. Auch unzählbar viele Wassertiere wie Fische oder Krebstiere werden meist ohne Betäubung auf extrem qualvolle Weise gefangen und umgebracht, um sie letztlich etwa als Grillbeilage für eine kurze Mahlzeit zu verkaufen. Unternehmen der Tierwirtschaft betrachten Tiere standardmäßig als Ware und bewerten sie ausschließlich nach ihrem Nutzen für den Menschen. Daraus ergibt sich, dass Tiere in diesen Industrien immer ausgebeutet werden und Leid erfahren – egal bei welcher Haltungsform. Ein solches Vorgehen würde bei Hunden und Katzen niemals toleriert werden.

Wie landwirtschaftliche Tierhaltung die Umwelt zerstört

Die landwirtschaftliche Tierhaltung – und damit der Konsum tierischer Produkte wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Grillwürstchen –  gehört zu den ressourcenintensivsten und umweltschädlichsten Wirtschaftszweigen unserer Zeit. Insgesamt sind bis zu 20 Prozent der weltweiten Treibhausgase der Tierwirtschaft zuzuschreiben – mehr als dem gesamten Verkehrssektor. [1] Ebenso stehen die Entwaldung im Amazonasgebiet, die Gewässerverschmutzung an vielen Orten Deutschlands sowie die Feinstaubbelastung in engem Zusammenhang mit der Tierwirtschaft. Tierische Produkte wie Fleisch und Wurst haben eine höhere CO2-Bilanz als pflanzliche Lebensmittel. Die Produktion von 100 Gramm Eiweiß von Rindfleisch aus Weidehaltung verursacht 36-mal mehr CO2-Äquivalente als die Produktion von 100 Gramm Eiweiß aus Erbsen. [2] Eine Oxford-Studie von 2018 kam zu der Schlussfolgerung, dass der Wandel hin zu einer veganen Ernährung die effektivste Möglichkeit ist, die Auswirkungen auf das Klima zu bekämpfen.

PETA präsentiert Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft

Es braucht eine Agrarwende hin zur tierfreien Landwirtschaft, um die Folgen der Klimakatastrophe zu mindern. PETA hat aus diesem Grund Ende Mai 2025 einen Strategieplan zum Ausstieg aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf. Die Tierrechtsorganisation zeigt anhand konkreter Schritte, wie der Umstieg auf veganen Ökolandbau gelingen kann. Zudem präsentiert der Plan eine Strategie für den Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Pflanzliche Nahrungsmittel sparen im Vergleich zu Produkten tierischen Ursprungs zahlreiche Ressourcen ein und können weitaus umweltschonender hergestellt werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Xu et al. (2021): Global greenhouse gas emissions from animal-based foods are twice those of plant-based foods. Nature Food. Online abrufbar unter: https://www.nature.com/articles/s43016-021-00358-x. (07.07.2026).
[2] Weltagrarbericht (2018): Studie: Pflanzliche Produkte belasten die Umwelt am geringsten. Online abrufbar unter: https://www.weltagrarbericht.de/aktuelles/studie-pflanzliche-produkte-belasten-die-umwelt-am-geringsten/. (07.07.2026).

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