Mainz: Halterin lässt Hund in überhitztem Auto zurück – PETA erstattet Strafanzeige gegen verantwortliche Person und fordert Tierhalteverbot

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Mainz / Stuttgart, 14. September 2023 – Todesfalle Auto: Am Samstag, dem 9. September, entdeckte ein aufmerksamer Passant einen Hund, der in einem überhitzten Auto zurückgelassen wurde. Laut Medienbericht stand das Fahrzeug bei Temperaturen um die 30 Grad an der Ecke Frauenlobstraße / Rheinallee in der Neustadt. Weil der Vierbeiner schon seit geraumer Zeit dort zurückgelassen und eingesperrt war, informierte der Zeuge gegen 15 Uhr die Polizei. Diese versuchte unter anderem, über Lautsprecher-Durchsagen die Halterin ausfindig zu machen. Alle Maßnahmen blieben ohne Erfolg, sodass die Feuerwehr gegen 15:30 Uhr das Fahrzeug öffnen wollte. Bevor das Auto geöffnet wurde, erschien die Halterin. Der Hund blieb unverletzt. Mit der Frau führten die Einsatzkräfte ein Gespräch. PETA erstattete am 12. September Strafanzeige gegen die Hundehalterin bei der Staatsanwaltschaft Mainz. Die Tierrechtsorganisation fordert zudem ein Tierhalteverbot für die Verantwortliche.

„Viele Hundehalterinnen und -halter unterschätzen die Auswirkungen der Sonneneinstrahlung, wenn sie die Vierbeiner in Autos zurücklassen. Hunde werden in den überhitzten Fahrzeugen schnell unruhig, kratzen an den Fenstern und geraten in Panik. Dies verschlimmert die lebensgefährliche Situation zusätzlich. Für sie kommt dann oft jede Hilfe zu spät“, so Monic Moll, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Wer einen Hund bei warmen Außentemperaturen im Auto zurücklässt, riskiert das Leben des Tieres und muss mit einer Strafanzeige rechnen.“

Brenzlige Situationen vermeiden und im Ernstfall schnell handeln
Bereits wenige Minuten in der Sonne reichen, um ein geparktes Auto auf bis zu 70 Grad Celsius zu erhitzen. Doch auch ein Schattenparkplatz oder ein leicht geöffnetes Fenster schaffen bei diesen Temperaturen keine Abhilfe. Da Hunde nur wenige Schweißdrüsen haben und sich hauptsächlich über Hecheln abkühlen, erleiden sie im heißen Wageninneren schnell irreparable Organschäden oder einen Herzstillstand.

Entdecken Menschen an einem warmen Tag einen Hund im Auto oder auf einem Balkon ausgesperrt, ist schnelles Handeln gefragt. Sollte der Wagen- oder Wohnungsbesitzer nicht auffindbar sein, muss umgehend die Polizei gerufen werden. Befindet sich der Hund bereits in Todesgefahr – Anzeichen dafür sind Taumeln, eine dunkle Zunge, glasige Augen, starkes Hecheln oder Erbrechen – sollten Tierfreunde in Betracht ziehen, die Scheibe am Auto einzuschlagen. Dies kann unter Umständen rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, allerdings sind PETA keine Fälle bekannt, in denen rechtliche Folgen für Tierretter entstanden sind. Sollte das Auto auf einem Supermarktparkplatz stehen und das Tier noch außer Gefahr sein, lässt sich der Fahrzeughalter ausrufen. Kann der Hund aus dem Auto oder von dem Balkon befreit werden, sind sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen erforderlich. Auch wenn sich der Zustand des Tieres durch die Versorgung scheinbar verbessert, muss der Hund wegen möglicher Folgeschäden der inneren Organe umgehend tierärztlich untersucht werden.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

Grafik Hitzeentwicklung im geschlossenen Auto

Bei warmen Außentemperaturen kann ein Auto für Hunde innerhalb kurzer Zeit zur Todesfalle werden. / © PETA Deutschland e.V.

Das druckfähige Motiv kann hier heruntergeladen werden.

Weitere Informationen:
PETA.de/Neuigkeiten/Hund-Balkon-Hitze
PETA.de/Prominente/Martin-Brambach-Hitzetod
PETA.de/Themen/erste-Hilfe-Hund
PETA.de/Themen/Haustiere
Tierrechtsblog.de/Deutschland/Hunde-ueberhitzte-Fahrzeuge

Pressekontakt: 
Chiara Reutter, +49 711 860591-532, [email protected] 

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