Mit Motorscreen und Sound: PETA prangert anlässlich der TUI‑Aktionärsversammlung den Verkauf von Tickets für Orca‑Missbrauch an

Aktive bei der Demo vor TUI in Hannover

Mehr als 500 Delfine und Wale, darunter über 45 Orcas, sind in Meeresparks wie SeaWorld und dem Loro Parque bereits gestorben. Die Betonbecken der Schwertwale sind zudem rund 10.000 Mal kleiner als ihr natürlicher Lebensraum. Dennoch verkauft der Touristikkonzern TUI weiterhin Eintrittskarten für diese Einrichtungen. Aus diesem Grund demonstriert die Tierrechtsorganisation PETA am Dienstag ab 9 Uhr vor dem Hannover Congress Centrum. Bis 16 Uhr zeigt PETA auf einem mehrere Meter großen Motorscreen ein Video über das Leid der Orcas in Gefangenschaft; zwischen 10 und 11 Uhr verteilt ein als Orca verkleideter Aktiver Flyer. Die Aktion ist Teil einer internationalen PETA-Kampagne, die TUI auffordert, den Verkauf von Tickets für Meereszoos zu beenden. Dort werden Orcas und andere Delfine zur Unterhaltung des Publikums eingesperrt, obwohl wissenschaftliche Studien belegen, dass viele Tiere psychisch und körperlich schwer leiden und häufig frühzeitig sterben [1; 2]. PETA ruft den Vorstand auf, dieses Leid nicht länger zu unterstützen, und bittet Aktionärinnen und Aktionäre um Rückhalt.

Details zur Aktion:

Datum: Dienstag, 10. Februar 2026
Uhrzeit: 9 bis 16 Uhr, Pressefenster 10 bis 11 Uhr
Ort: Gegenüber dem Eingang desHannover Congress Centrum (HCC), Theodor-Heuss-Platz, Ecke Schill- und Schackstraße, 30175 Hannover
Demoaufbau: Ein Motortruck mit digitalem Bildschirm und Sound vor dem HCC, der über das Leid der Orcas in Gefangenschaft informiert. Ein Flyer verteilender „Orca“.
Kontakt vor Ort: Dr. Tanja Breining (den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her)

„Im Oktober hat nun auch die DERTOUR Group Tickets für Meeresparks mit eingesperrten Delfinen aus dem Katalog genommen“, so Meeresbiologin Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Wassertiere bei PETA. „Es ist nicht nachvollziehbar, warum TUI noch immer Tickets für Einrichtungen verkauft, in denen Orcas vom Kauen an den Betonwänden kaputte Zähne und aufgrund von Bewegungsmangel eingeknickte Rückenflossen haben. Viele der Tiere treiben apathisch an der Wasseroberfläche oder greifen Artgenossen und Trainer an. TUI muss endlich aufhören, dieses Leid zu unterstützen!“

Internationaler Aktionstag am 9. Februar

Für den 9. Februar rufen internationale PETA-Büros zu einem „Day of Action“ auf, bei dem Teilnehmende telefonisch oder auf Social-Media-Kanälen TUI auffordern, das Orca-Leid nicht länger zu unterstützen.

Orcas leiden in Gefangenschaft

Im offenen Ozean schwimmen Orcas bis zu 220 Kilometer am Tag, leben in engen Familienverbänden, spielen, lernen und geben ihr Wissen weiter. Jede Familie hat einen eigenen Dialekt. In Gefangenschaft hingegen sind sie in engen Betonbecken eingesperrt und werden oft in unnatürlichen Gruppen gehalten. Das führt häufig zu Aggressionen. Mehr als 45 Orcas sind bei SeaWorld und im Loro Parque auf Teneriffa bereits gestorben. Die spanische Wissenschaftsbehörde hat den Transfer der Marineland-Orcas Wikij und Keijo in den Loro Parque abgelehnt. Auch das französische Umweltministerium schreibt in einer Pressemitteilung vom 13.12.2025, dass es nicht nachvollziehbar wäre, die Tiere zu Unterhaltungszwecken auszubeuten, und stimmt dem Transfer der Tiere in ein Sanctuary zu [2].

PETA informiert TUI seit Jahren über das Leid von Orcas und anderen Delfinen, die in Meereszoos in Betonbecken eingesperrt sind und oft bereits in jungen Jahren sterben. Immer wieder ruft die Tierrechtsorganisation das Unternehmen in Gesprächen, bei Aktionen und mit Petitionen auf, Delfinarien weltweit aus seinem Reiseangebot zu streichen. Zahlreiche Reiseunternehmen sind diesen Schritt schon gegangen, darunter namhafte Unternehmen wie Airbnb, Club Med und die DERTOUR Group.

Auch Sarah Connor setzt sich für die Freiheit von Orcas ein und forderte unter anderem im Februar 2025 auf der Aktionärsversammlung TUI auf, die Geschäftsbeziehungen mit den Meereszoos zu beenden.

Aktive bei der Demo vor TUI in Hannover

Dieses Bild kann hier heruntergeladen und für die Berichterstattung genutzt werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Marino, Lori; Rose, Naomi A.; Visser, Ingrid N.; Rally, Heather; Ferdowsian, Hope; Slootsky, Veronica, (2020), „The Harmful Effects of Captivity and Chronic Stress on the Well-Being of Orcas (Orcinus orca)“. Journal of Veterinary Behavior 35: 69–82. Online abrufbar unter: https://doi.org/10.1016/j.jveb.2019.05.005. (06.02.2026).
[2] Marino, L., Doyle, C., Rally, H., O’Brien, L., Tennison, M. & Jacobs, B. (2024): An update on captive cetacean welfare. PeerJ. DOI: 10.7717/peerj.19878. PubMed ID: 41189571. (06.02.2026).
[3] Ministère de la Transition écologique (13.12.2025): Le Gouvernement formalise les décisions concernant l’avenir des cétacés de Marineland. Online abrufbar unter: https://www.ecologie.gouv.fr/presse/gouvernement-formalise-decisions-concernant-lavenir-cetaces-marineland. (06.02.2026).

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