Nach der Misshandlung von Hunden durch den Zirkus-„Trainer“ Wolfgang Lauenburger beschlagnahmte das Amt Mittelholstein Mitte Januar alle zwölf Tiere aus seiner Haltung. Anschließend ordnete die Behörde den Verkauf der Tiere an. Mit Beschluss vom 4. Mai bestätigte das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht in einem Eilverfahren die Maßnahmen. Bei einer Kontrolle stellten die Amtstierärzte weitere gravierende Mängel in der Hundehaltung fest [1]. Im Dezember 2025 hatte PETA Whistleblower-Aufnahmen aus dem Europa-Park Rust veröffentlicht. Sie zeigten, wie verängstigte Hunde für eine Zirkusshow hinter der Bühne des Parks misshandelt wurden. Die Tierrechtsorganisation erstattete Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Freiburg gegen Lauenburger. PETA begrüßt die Wegnahme der Tiere. Die Organisation fordert das Amt Mittelholstein auf, ein umfassendes Tierhalte- und Betreuungsverbot einzuleiten. Zudem solle ihm die Genehmigung zur Zurschaustellung von Tieren entzogen werden.
„Wir sind froh, dass die misshandelten Hunde endlich in Sicherheit sind, und hoffen, dass sie nun schnell die Chance auf ein liebevolles Zuhause bekommen“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsindustrie. „Der Fall zeigt auch, dass kein Tier in einen Zirkus gehört. Solange Tiere für Shows gedrillt, gefügig gemacht und zur Schau gestellt werden, gehört Leid hinter den Kulissen dazu.“
Das Gericht bestätigte die Beschlagnahmung und anschließende Veräußerungsverfügung, die den sofortigen Verkauf der Tiere ermöglicht. Laut Gerichtsbeschluss habe Lauenburger sogar während der Behördenkontrolle einem Hund mit den Worten gedroht: „Wenn du nicht ruhig bist, bekommst du wieder was auf den Arsch“. [1] Der Gerichtsbeschluss ist noch nicht rechtskräftig, da eine Beschwerdefrist von zwei Wochen besteht.uf den Arsch“. [1] Der Gerichtsbeschluss ist noch nicht rechtskräftig, da eine Beschwerdefrist von zwei Wochen besteht.
Hintergrundinformationen:
Das zugespielte Videomaterial dokumentiert massive Gewalt bei den „Trainings“ für eine Zirkusshow im Europa-Park Rust: Einer Hündin hält der Trainer den Mund zu und schlägt ihr mit einem Seil mehrfach auf die Beine. Auf die bedrohliche Körpersprache von „Trainer“ Wolfgang Lauenburger reagieren die Tiere mit angelegten Ohren. Die Aufnahmen zeigen zudem, wie sich die Hunde ängstlich vor drohenden Gebärden und Schlägen wegducken und versuchen, der Situation zu entkommen.
Petition an Europa-Park fordert Ausstieg aus sämtlichen Tierdressuren
Die Geschäftsführung des Europa-Parks hatte nach Bekanntwerden der Tiermisshandlungen die Hundeshow aus dem Programm genommen und außerdem angekündigt, verstärkt auf Artistik setzen zu wollen. Für PETA greift dieser Schritt deutlich zu kurz: Denn auch bei anderen Shows und Veranstaltungen zeigt der Freizeitpark Tiernummern. Die Tierrechtsorganisation erreichen immer wieder Meldungen entsetzter Besucherinnen und Besucher – wie etwa zu der Pferdeshow „Legende des Zorro“ oder einer „Winter-Parade“ mit Pferden. Mit einer Petition fordert PETA daher die Geschäftsführung des Europa-Parks auf, in Zukunft keine Tierdressuren mehr zu engagieren und im Freizeitpark auftreten zu lassen.
Tiere leiden in der Unterhaltungsbranche
Derartige Tierquälerei für Unterhaltungsangebote ist kein Einzelfall, sondern ein systematisches Problem der Tierdressur. Ebenfalls im Dezember 2025 hatte etwa eine Katzenshow im „Hofmeister Weihnachtscircus“ in Bietigheim für Empörung gesorgt; das Möbelunternehmen hatte daraufhin das Ende aller Tiernummern angekündigt. PETA fordert ein Verbot sämtlicher Tierdressuren – im Zirkus, in Freizeitparks und überall dort, wo Tiere gezwungen werden, für menschliche Unterhaltung zu leiden. Dies entspricht auch der Auffassung von 62 Prozent der Deutschen, die laut einer repräsentativen Meinungsumfrage die Haltung und Zurschaustellung von Tieren im Zirkus ablehnen.
Macht, Zwang und Kontrolle: Dressur
Dressur zu kommerziellen Zwecken basiert in der Regel auf Macht, Zwang und Kontrolle. Tiere treten nicht freiwillig in Shows auf, sie werden dazu gebracht. Ob Elefanten, Pferde oder Hunde: Um „funktionierendes“ Showverhalten zu erzeugen, werden Tiere systematisch gebrochen – durch Einschüchterung, Stress, Nahrungsentzug, körperliche Gewalt oder dauerhaften psychischen Druck.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
