Nach PETA-Ermittlung in Berlin-Hellersdorf erfolgt Durchsuchungsbeschluss: Veterinäramt rettet 22 Katzen aus verwahrloster Wohnung

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Nachdem eine PETA-Ermittlerin Ende August in Berlin-Hellersdorf eine illegale Katzenzucht aufgedeckt hatte, gibt es nun einen Erfolg. Das zuständige Veterinäramt hat die 22 Katzen mit einem Durchsuchungsbeschluss aus der verwahrlosten Wohnung gerettet. Die Tierhalterin war selbst nicht vor Ort. Unter den Tieren sind teilweise auch schwangere Katzen und zahlreiche Jungtiere. Sie werden jetzt in einem Tierheim versorgt und aufgepäppelt. PETA war durch eine Anzeige auf dem Internetportal „deine-tierwelt.de“ auf den Fall aufmerksam geworden, in der zahlreiche Katzenbabys unterschiedlichen Alters zum Verkauf angeboten wurden. Eine PETA-Ermittlerin vereinbarte daraufhin ein Treffen mit der Händlerin und stieß vor Ort auf grausame Zustände in der Haltung. Die Tierrechtsorganisation dankt der Behörde für ihr Eingreifen.

„Wir sind sehr erleichtert, dass das Veterinäramt gehandelt und die 22 Katzen aus diesen Zuständen gerettet hat – dafür gilt den zuständigen Mitarbeitenden unser ausdrücklicher Dank“, so Jana Hoger, Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA. „Der Fall zeigt zugleich erneut die skrupellose Realität des illegalen Handels mit Katzenbabys: Das Leben der Tiere spielt keine Rolle, solange sich mit ihrem Verkauf Geld verdienen lässt. Tiere werden unter teils katastrophalen Bedingungen vermehrt und wie Ware über Onlineplattformen angeboten. Diesem illegalen Geschäft mit fühlenden Individuen muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden.“

PETA deckt Missstände in Katzenhaltung auf

Die 22 Katzen, einige von ihnen stark verängstigt, wurden in einer Wohnung gehalten – ein Großteil von ihnen in einem kleinen, stark nach Ammoniak riechenden Raum. Der Laminatboden war offenbar so sehr vom Urin aufgeweicht, dass er sich bereits teilweise löste. Die Wände waren voller Kratzspuren. Laut Händlerin wurden die Katzen nur alle zwei Tage versorgt; sie selbst lebe nicht in der Wohnung. Aufgrund der Anzahl der Tiere geht PETA davon aus, dass es sich nicht um eine private Zucht handelt, sondern der Handel gewerbliche Ausmaße angenommen hat. In der Wohnung befanden sich zudem Regale mit Medikamenten, mit denen die Katzen vermutlich behandelt wurden.

Wegen der Zustände und des Leids der Tiere versuchte die Tierrechtsorganisation noch am Abend der Kontrolle, die Katzen mit Unterstützung der Polizei aus der Haltung zu befreien. Die Frau verbarrikadierte sich jedoch in der Wohnung. Daraufhin wurde der Fall dem zuständigen Veterinäramt übergeben. Nun steht fest: Die Behörde hat die Katzen aus der Wohnung geholt und in einem Tierheim untergebracht.

Hintergrundinformationen

Der Handel mit Jungtieren im Internet boomt. Nach der Kontaktaufnahme über Onlineportale werden die Tiere meist auf öffentlichen Plätzen, an Haustüren, in Wohnzimmern oder auf Bahnhöfen an ihre neuen Halter verkauft – meist mit gefälschten Heimtierausweisen oder ohne Papiere. Häufig kommen die Tierkinder aus Osteuropa. In Berlin werden regelmäßig Kitten verkauft, die illegal aus Polen importiert wurden. Die Recherche macht abermals deutlich, dass der Profit alles ist, was beim Handel mit der „Ware Tier“ zählt. Aufgrund dieser und anderer Recherchen appelliert PETA daher an alle Menschen, Lebewesen niemals im Internet zu kaufen. PETA fordert darüber hinaus ein generelles Tierverkaufsverbot im Internet und bittet Tierfreunde, Vierbeiner grundsätzlich aus lokalen Tierheimen zu adoptieren.

Um illegalen Welpenhandel zu stoppen, bietet die Tierrechtsorganisation ein Online-Meldeformular an. Verdachtsfälle können unter PETA.de/Illegalen-Welpenhandel-melden gemeldet werden.

Katzenmutter mit zwei Babys in einem Korb
junge gerettete Katze

In einer Berliner Wohnung werden Katzen unter traurigen Bedingungen gehalten, um sie über Onlineportalen zu verkaufen. / © PETA Deutschland e.V.

Die Bilder können hier heruntergeladen werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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