Nach Informationen des Tierheims am See in Eisenhüttenstadt wurde am 15. April ein illegaler Welpenhandel bei Frankfurt (Oder) aufgedeckt. Ein Transporter mit 22 sedierten Welpen und zwei angebliche Hundemüttern wurde an der deutsch-polnischen Grenze von der Bundespolizei und dem zuständigen Veterinäramt gestoppt. Die Tiere wurden in Sicherheit gebracht und umgehend medizinisch versorgt. Mit etwa fünf bis acht Wochen waren die Welpen deutlich zu jung, um von ihrer Mutter getrennt und transportiert zu werden. Erst am Abend kamen sie langsam wieder zu sich. Alle Hunde sind nun in der Obhut des Tierheims. PETA warnt vor kriminellen Händlern im Internet und fordert die Bundesregierung auf, den Onlinehandel mit Lebewesen zu verbieten.
„Die Tiere zu betäuben, um sie für den Transport ruhigzustellen, ist eine neue, grauenvolle Methode der Hundehändler. Sie bringt die Welpen in Lebensgefahr“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Das Geschäft mit kleinen Hundekindern floriert nach wie vor massiv. Allein auf den größten Internetplattformen werden derzeit über 20.000 Welpen zum Verkauf angeboten – viele davon, wie auch im aktuellen Fall, illegal importiert. Häufig werden Welpen mittlerweile über kleine Clans in Deutschland verkauft, die mit dem Tierverkauf viel Geld verdienen.“
„Wir danken in diesem Fall ganz besonders den Mitarbeitern der Bundespolizei und dem Veterinäramt Frankfurt Oder für die vorbildliche Zusammenarbeit. So haben wir es geschafft, das Leben dieser kleinen Welpen zu retten“, so Jana Feister, Leitung des Tierheims am See. „Wir hoffen auf eine angemessen hohe Strafe für die Transporteure.“
Wien setzt Zeichen gegen Welpenhandel: Strafen auch für Käufer illegal gehandelter Tiere
In Wien gilt seit der letzten Tierschutzgesetznovelle, dass auch der Kauf von Welpen aus illegalem Handel unter Strafe gestellt wird. Käufer von illegal gehandelten Tieren müssen mit Strafen von bis zu 3.750 Euro rechnen. PETA appelliert an die deutsche Bundesregierung, diesem Beispiel zu folgen – denn nur so kann das Tierleid effektiv beendet werden.
Welpenhandel ist kein Einzelfall
Noch immer floriert das Geschäft mit Tierbabys über Internetportale. Händler verlangen für die Welpen häufig mehrere tausend Euro. Nach der Kontaktaufnahme über Onlineportale werden die Tiere oft mit gefälschten Heimtierausweisen an ihre neuen Halter verkauft. Häufig kommen die Hundekinder aus Osteuropa. Dort harren Hundemütter auf „Welpenfarmen“ tagtäglich, teils ohne Tageslicht in engen Käfigen in ihren eigenen Fäkalien aus. Viele von ihnen leiden an schmerzhaften Hautkrankheiten. Die Mütter werden in ihrem kurzen Leben in dieser der Branche nur einen Zweck missbraucht: dauerhaft Welpen zu gebären. Sind sie für die Züchter nicht mehr „produktiv“ genug oder zu alt, werden sie in der Regel getötet oder ausgesetzt. Ihre im Internet angebotenen Kinder sind oftmals schwer krank, verwurmt, ohne Impfschutz und voller Parasiten. Die Transporte aus fernen Ländern nach Deutschland schwächen die Welpen zusätzlich.
Um PETA bei der Aufdeckung von illegalem Welpenhandel zu unterstützen, können Verdachtsfälle direkt über die Welpenhandel-Meldeseite der Tierrechtsorganisation gemeldet werden.


Die Bilder stehen hier zum Download für Sie zur Verfügung und können für die Berichterstattung genutzt werden.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So werden beispielsweise Schweine, Rinder und Hühner gequält und getötet, Hunde und Katzen hingegen liebevoll umsorgt.
