Kein Entkommen: Einem Medienbericht zufolge ist in der Nacht auf Mittwoch, dem 17. Juni, ein Feuer in einem Stall in Oberriexingen ausgebrochen. 60 Rinder starben qualvoll in den Flammen. Als die Einsatzkräfte eintrafen, stand die Scheune mit den Tieren bereits komplett in Brand. Die Brandursache ist bislang unklar. Jährlich sterben Zehntausende Tiere bei Stallbränden, weil die gesetzlichen Vorgaben mangelhaft sind. Seit Beginn des Jahres 2026 wurden bundesweit bereits 24 Stallbrände öffentlich bekannt, bei denen Tiere ums Leben kamen. Um auf mögliche Verstöße gegen tierschutzrechtliche Straftatbestände hinzuweisen und das öffentliche Interesse an einer gründlichen Ermittlung zu betonen, hat PETA am 17. Juni Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Heilbronn erstattet.
„Nach Auffassung von PETA wurde der Tod eines jeden Tieres, das bei einem Stallbrand aufgrund mangelnder Brandschutzmaßnahmen stirbt, billigend in Kauf genommen“, so Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Neben der Verantwortung der Tierhaltenden ist es auch Aufgabe der Politik, gesetzliche Regelungen zu verschärfen, um die Tiere vor dem Verbrennen zu schützen. Auch Verbraucherinnen und Verbraucher können einen Beitrag leisten: Denn würden alle Menschen vegan leben, ließen sich solche Vorfälle grundsätzlich vermeiden.“
Die Tierrechtsorganisation dankt den rund 50 am Einsatz beteiligten Einsatzkräften sowie allen Helfenden, die sich in dieser traumatisierenden Rettungsaktion für die Tiere eingesetzt haben.
Mangelnder Brandschutz in vielen Tierställen
PETA kritisierte in der Vergangenheit wiederholt bestehende Brandschutzvorschriften, da ein Schutz der Tiere so gut wie nicht geregelt ist. Selbst diese unzureichenden Schutzmaßnahmen werden in der Praxis meist nicht umgesetzt. Zudem kommt es durch eine kritische Lage der Löschwasserversorgung bei derartigen Bränden häufig zu Verzögerungen, welche die Rettung der Tiere verhindern.
Landwirtschaftliche Tierhaltung bedeutet immer Tod
Tiere, die zu Ernährungszwecken gehalten werden, gelten als reine Produktionsgüter. Verbrennen oder ersticken sie bei einem Stallbrand, wird ausschließlich der entstandene Sachschaden berechnet. In der landwirtschaftlichen Tierhaltung bedeutet jedoch nicht nur ein Brandfall Leid und Tod. Ganz gleich, ob Rind, Schwein oder befiederte Tiere, ob konventionelle oder ökologische Haltung: Tiere als leidensfähige Lebewesen werden anhand ihrer Leistung und ihres Nutzens für den Menschen beurteilt. Für Fleisch, Milch und Eier werden sie ausgebeutet und getötet, obwohl sie ihr natürliches Lebensalter nicht annähernd erreicht haben. Kopfüber an einem Bein hängend wird ihnen im Schlachthaus die Kehle durchtrennt – Millionen sind dabei nicht ausreichend betäubt. [1]
PETA präsentiert Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft
Die tierhaltende Landwirtschaft tötet jedes Jahr allein in Deutschland rund 750 Millionen fühlende Lebewesen und gehört zu den ressourcenintensivsten und umweltschädlichsten Wirtschaftszweigen unserer Zeit. [2] Es braucht dringend eine Agrarwende hin zur tierfreien Landwirtschaft, um das Leben künftiger Generationen zu sichern. PETA hat aus diesem Grund im Mai 2025 einen Strategieplan für den Ausstieg aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf. Die Tierrechtsorganisation zeigt anhand konkreter Schritte, wie der Umstieg auf veganen Ökolandbau gelingen kann – um die Zukunft von Tieren und Menschen zu sichern sowie der Klimakatastrophe zu begegnen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
