Orang-Utan-Haltung beenden: PETA appelliert an Dresdner Stadtrat, millionenschweres Neubauvorhaben des Zoos abzusagen

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Dresden / Stuttgart, 30. März 2021 – Steuerfinanziertes Tierleid in sächsischer Landeshauptstadt: Der Dresdner Zoo plant im Sommer den Bau eines neuen Orang-Utan-Hauses, der die Stadt laut Medienberichten etwa 17 Millionen Euro kosten soll. Derzeit sind die beiden Orang-Utan-Sozialgruppen in jeweils nur 50 Quadratmeter kleinen und etwa drei Meter niedrigen Innengehegen untergebracht – diese unterschreiten die Vorgaben des Säugetiergutachtens eklatant. PETA appelliert nun in einem Schreiben an Oberbürgermeister Dirk Hilbert und die Mitglieder des Dresdner Stadtrats, dem Bauprojekt eine Absage zu erteilen. Die Tierrechtsorganisation fordert, die Haltung und Zucht von Orang-Utans im Dresdner Zoo grundsätzlich zu beenden und die bereitstehenden Gelder für das Bauprojekt in nachhaltige Artenschutzprojekte in Afrika und Südostasien zu investieren.

„Die Qualhaltung der Orang-Utans im Dresdner Zoo darf nicht noch länger toleriert werden. Durch die geplante Zucht weiterer Tiere würde das Leid unserer nächsten Verwandten in Gefangenschaft nur weiter angekurbelt werden. Zudem würde die Stadt mit dem Bau eines neuen Orang-Utan-Hauses Millionen Euro verschleudern“, so Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche. „Das Nein zum Neubau – verbunden mit der schnellstmöglichen Abgabe der Tiere – ist die einzige Lösung, die sowohl tierfreundlich als auch wirtschaftlich akzeptabel ist.“

Kein Artenschutz sowie Verschwendung von Steuergeldern

Das geplante Bauvorhaben, über das am 12. Mai im Stadtrat entschieden werden soll, würde die Stadt nicht nur finanziell stärker belasten als ursprünglich veranschlagt, sondern auch effektive Artenschutzbestrebungen untergraben. In ihrem Schreiben listet PETA exemplarisch auf, wie eine internationale Artenschutzorganisation mit etwa drei Millionen Euro Spendengeldern Regenwald-Projekte in Afrika und Südostasien umsetzt. So konnte bisher auf einer Fläche von 8.000 Quadratkilometern die Heimat der dort lebenden Menschenaffen geschützt werden. Die Tierrechtsorganisation hatte zudem bereits im September 2018 an den Finanzausschuss appelliert, von einer Förderung der Orang-Utan-Haltung abzusehen.
 

Populationsrückgang trotz Zucht und angeblicher Aufklärungsarbeit von Zoos
Einer Studie zufolge hat sich der Bestand der Orang-Utan-Population auf Borneo seit 1999 etwa halbiert. [1] PETA weist zudem darauf hin, dass bereits über 1.500 gerettete Orang-Utans in Auffangstationen in ihren Heimatländern auf Wiederauswilderung warten. [2] Dies ist für die in Zoos gezüchteten Tiere jedoch nicht vorgesehen, denn in den Schaugehegen können sie wichtige Verhaltensweisen für ein Überleben in der Natur nicht erlernen. „Während die letzten Lebensräume der Tiere in Indonesien zerstört werden, weil finanzielle Mittel für ihren Schutz fehlen, fließen jedes Jahr Millionen Euro an Steuergeldern in die sinnlose Haltung und Nachzucht von Orang-Utans in Gefangenschaft“, sagt Würz.

Die Ansprüche von Menschenaffen sind so komplex, dass ihnen kein Zoo einen artgerechten Lebensraum bieten kann. Studien zufolge leiden die Tiere in Zoos häufig unter schweren Verhaltensstörungen – auch in akkreditierten und vergleichsweise großen zoologischen Einrichtungen. [3] Laut einer von PETA in Auftrag gegebenen INSA-Meinungsumfrage vom April 2020 befürworten 41 Prozent der Befragten ein Ende der Zucht und Haltung von Menschenaffen in deutschen Zoos. Im Rahmen der Kampagne „Menschenaffen raus aus Zoos“ fordert PETA, die Haltung der Tiere in Zoos und Tierparks auslaufen zu lassen.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 

Der triste Alltag eines Orang-Utans im Dresdner Zoo / © PETA Deutschland e.V.

Dieses Motiv und weiteres Bildmaterial stehen hier zum Download zur Verfügung und können für Berichterstattungen verwendet werden.

[1] Voigt et al. (2018): Global Demand for Natural Resources Eliminated More Than 100,000 Bornean Orangutans. In: Current Biology 28, 1–9.
[2] Max-Planck-Gesellschaft (2016): Vermischung von Orang-Utan-Unterarten beunruhigt Forscher. Online abrufbar unter: https://www.mpg.de/10326896/orang-utan-unterarten-vermischung. (05.10.2020).
[3] Birkett, L./Newton-Fisher, N. (2011): How Abnormal Is the Behaviour of Captive, Zoo-Living Chimpanzees? PLOS ONE 6(6): e20101. doi:10.1371/journal.pone.0020101.

Weitere Informationen:

PETA.de/Themen/Menschenaffen

PETA.de/Themen/Subventionen-Menschenaffen-Zoos

PETA.de/Neuigkeiten/Orang-Utan-Haus-Dresden

Pressekontakt: David Kepler, +49 711 860591-527, [email protected]

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