Osternienburger Land: Hund tötet Mädchen – PETA fordert bundesweite Einführung des Hundeführerscheins

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Nachweis kann schwere Unfälle verhindern und ermöglicht Hunden ein tiergerechteres Leben 

Laut Medienberichten hat ein Hund am Mittwochnachmittag in Osternienburger Land ein Mädchen getötet. Das vierjährige Kind sei in der Ortschaft Drosa von einem Vierbeiner aus dem familiären Umfeld angegriffen worden. Den Angaben zufolge war ein Rettungshubschrauber im Einsatz, doch der Notarzt habe dem Mädchen nicht mehr helfen können. Sie sei noch vor Ort gestorben. Notfallseelsorger betreuten die anwesenden Personen. Gegen den Halter laufen Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung, das Tier wurde in ein Tierheim gebracht. Angesichts dieses Vorfalls fordert die Tierrechtsorganisation PETA die Bundesregierung und die Länder auf, den sogenannten Hundeführerschein bundesweit einzuführen. In Österreich ist der Sachkundenachweis zur Hundehaltung seit dem 1. Juli 2026 Pflicht.

„Der Tod dieses Kindes erschüttert zutiefst und lässt eine Familie mit einem unermesslichen Verlust zurück. Auf traurige Weise macht dieser Fall einmal mehr deutlich, wie wichtig fundiertes Wissen über einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Vierbeiner ist. Ein Hundeführerschein ist längst überfällig. Er würde Halterinnen und Haltern die Mittel an die Hand geben, um solche Vorfälle zu vermeiden“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Egal, ob er einer ‚Rasse‘ angehört oder ein ‚Mix‘ ist – jeder Hund, der falsch gehalten, missverstanden oder schlecht behandelt wird, kann für Mensch und Tier gefährlich werden.“

Deutliche Mehrheit für Hundeführerschein 

Nach einer von PETA in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage von August 2023 sprechen sich 68 Prozent der in Deutschland lebenden Erwachsenen für einen verpflichtenden Hundeführerschein aus. Der Hundeführerschein sieht vor, dass künftige Halter bereits vor Aufnahme eines Hundes einen Theoriekurs absolvieren, in dem sie das notwendige Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Anschließend folgt für Halter und Hund ein gemeinsames, obligatorisches Praxisseminar in einer Hundeschule. Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Menschen, die Hunde halten, fachkundig mit dem Tier umgehen und die Signale des Vierbeiners richtig deuten. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter ist unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. 

Niedersachsen und Bremen gehen mit gutem Beispiel voran 

Als erstes deutsches Bundesland hat Niedersachsen einen Sachkundenachweis für Hundehalter beschlossen: seit Juli 2013 ist der allgemeine Hundeführerschein verpflichtend. [1] Seit dem 1. Juli 2026 ist auch im Land Bremen der Hundeführerschein für Personen, die einen Hund aufnehmen möchten, verpflichtend. [2] Österreich geht noch einen Schritt weiter: Dort wurde zum 1. Juli 2026 bundesweit ein verpflichtender Hundeführerschein eingeführt. [3] In Berlin sind Halterinnen und Halter seit dem 1. Januar 2017 aufgefordert, sich bei der Aufnahme eines Hundes die notwendige Sachkunde anzueignen. Einige Städte setzen zusätzlich Anreize: In München gibt es nach bestandenem Hundeführerschein ein Jahr Hundesteuerbefreiung, in Mannheim zwei Jahre.

Ein verpflichtender Hundeführerschein hat einen weiteren Vorteil: Er kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit der Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt „angeschafft“ wurden. 

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Niedersächsisches Gesetz über das Halten von Hunden (NHundG) (2011). Online abrufbar unter: https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/tierschutz/tierhaltung/das-niedersaechsische-hundegesetz-nhundg-110827.html. (09.07.2026).
[2] Freie Hansestadt Bremen – Die Senatorin für Inneres und Sport: Hundeführerschein ab 1. Juli 2026. Online abrufbar unter: https://www.inneres.bremen.de/inneres/buerger-und-staat/hundefuehrerschein-30149. (09.07.2026).
[3] PETBOOK.de (11.02.2025): Kein Hund ohne Sachkunde! Europäisches Land macht ab 2026 ernst. Online abrufbar unter: https://www.petbook.de/hunde/oesterreich-sachkundenachweis-hund. (09.07.2026).

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