PETA erreichten Aufnahmen vom Markt der Engel in Köln. Darauf ist zu sehen, wie eine als Engel verkleidete Person auf einem Pferd durch die dichte Menschenmenge geführt wird. Die Hufe des Pferdes wurden golden angemalt. Zeugen berichten, dass dies mehrmals stattfindet und auch weitere Tiere zur Schau gestellt werden. Solche „Programmpunkte“ bedeuten für die Tiere Stress und eine erhebliche körperliche und seelische Belastung. PETA hat die Veranstaltenden angeschrieben und erläutert, warum Märkte und Feste aus Tierschutzsicht grundsätzlich ungeeignet für Pferde und andere Tiere sind. Die Organisation hat außerdem darum gebeten, künftig keine „Attraktionen“ mit Tieren mehr auf dem Markt der Engel anzubieten und so eine neue Tradition des Tierschutzes zu begründen.
„Neben den Risiken für Mensch und Tier vermittelt eine solche ‚Attraktion‘ eine problematische Botschaft: Sie erweckt den Eindruck, Tiere seien dazu da, uns zu amüsieren“, sagt Mareike Homann, Fachreferentin bei PETA. „Besonders Kindern wird damit ein falsches Bild von den Bedürfnissen von Pferden vermittelt – denn es entspricht nicht ihrer Natur, in einer lauten, beengten Umgebung ‚funktionieren‘ zu müssen. Daher rufen wir die Veranstaltenden auf, Nächstenliebe für alle Lebewesen zu zeigen und das Leid auf dem Markt der Engel zu beenden.“

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Pferde sind sensible Fluchttiere
Schon das „Training“ mit den Tieren ist häufig von Gewalt und Druck geprägt, damit sie sich nach den Vorstellungen des Menschen verhalten. Für den Einsatz auf Events müssen Pferde oft belastende Transporte über sich ergehen lassen. Vor Ort kommen zusätzliche Stressfaktoren hinzu: das Gedränge in der dichten Menschenmenge, die Lautstärke und blinkende Lichter sowie Besuchende, die sich den Tieren oft unbedacht nähern. Sollten die Pferde versuchen zu fliehen, hätte dies auf einem beengten Platz mit hunderten Menschen katastrophale Folgen. Immer wieder kam es in der Vergangenheit bei ähnlichen Veranstaltungen zu schweren Unfällen.
Städte wie Stuttgart und Dresden gehen mit gutem Beispiel voran
Bereits 2019 hat Bad Salzuflen lebende Tiere vom „Weihnachtstraum“ verbannt und dies mit dem Vorrang des im Grundgesetz verankerten Tierschutzes vor dem Unterhaltungsfaktor begründet. [1] Im April 2025 hat der Stuttgarter Gemeinderat für ein Ende der Ausstellung von Tieren auf den städtischen Weihnachtsmärkten gestimmt. [2] Auch der Advent auf dem Neumarkt in Dresden hat sich in diesem Jahr gegen Tierattraktionen entschieden. [3]
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
