Rund 470 Hühner und Gänse bei Stallbrand in der Nähe von Grosselfingen getötet – PETA erstattet Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hechingen

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Kein Entkommen: Einem Medienbericht zufolge brach am Samstagnachmittag ein Feuer in einem Stall in der Nähe von Grosselfingen aus. Nach einer Schätzung vom Sonntag wurden bei dem Brand rund 470 Hühner und Gänse getötet. Das Hallengebäude sei während des Brandes über den Tieren eingestürzt. Einige seien zudem aufgrund der großen Hitze im Freigehege gestorben. Die Ermittlungen zur Brandursache sollten am Montag aufgenommen werden. Jährlich sterben Zehntausende Tiere bei Stallbränden, weil die gesetzlichen Vorgaben mangelhaft sind. Seit Beginn des Jahres 2026 wurden bundesweit bereits 37 weitere Stallbrände öffentlich bekannt, bei denen Tiere ums Leben kamen. Um auf mögliche Verstöße gegen tierschutzrechtliche Straftatbestände hinzuweisen und das öffentliche Interesse an einer gründlichen Ermittlung zu betonen, hat PETA am 21. September Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hechingen erstattet.

„Nach Auffassung von PETA wurde der Tod eines jeden Tieres, das bei einem Stallbrand aufgrund mangelnder Brandschutzmaßnahmen stirbt, billigend in Kauf genommen“, so Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Neben der Verantwortung der Tierhaltenden ist es auch Aufgabe der Politik, gesetzliche Regelungen zu verschärfen, um die Tiere vor dem Verbrennen zu schützen. Auch Verbraucherinnen und Verbraucher können einen Beitrag leisten: Denn würden alle Menschen vegan leben, ließen sich solche Vorfälle grundsätzlich vermeiden.“

Die Tierrechtsorganisation dankt den am Einsatz beteiligten Feuerwehrmitarbeitenden sowie allen Helfenden, die sich in dieser traumatisierenden Rettungsaktion für die Tiere eingesetzt haben.

Mangelnder Brandschutz in vielen Tierställen

PETA kritisierte in der Vergangenheit wiederholt bestehende Brandschutzvorschriften, da ein Schutz der Tiere so gut wie nicht geregelt ist. Selbst diese unzureichenden Schutzmaßnahmen werden in der Praxis meist nicht umgesetzt. Zudem kommt es durch eine kritische Lage der Löschwasserversorgung bei derartigen Bränden häufig zu Verzögerungen, welche die Rettung der Tiere verhindern. Laut der Grosselfinger Feuerwehr war auch in diesem Fall die Versorgung mit Löschwasser ein Problem. [1]

Landwirtschaftliche Tierhaltung bedeutet immer Tod

Tiere, die zu Ernährungszwecken gehalten werden, gelten als reine Produktionsgüter. Verbrennen oder ersticken sie bei einem Stallbrand, wird ausschließlich der entstandene Sachschaden berechnet. In der landwirtschaftlichen Tierhaltung bedeutet jedoch nicht nur ein Brandfall Leid und Tod. Ganz gleich, ob Rind, Schwein oder befiederte Tiere, ob konventionelle oder ökologische Haltung: Tiere als leidensfähige Lebewesen werden anhand ihrer Leistung und ihres Nutzens für den Menschen beurteilt. Für Fleisch, Milch und Eier werden sie ausgebeutet und getötet, obwohl sie ihr natürliches Lebensalter nicht annähernd erreicht haben. Kopfüber an einem Bein hängend wird ihnen im Schlachthaus die Kehle durchtrennt – Millionen Tiere sind dabei nicht ausreichend betäubt. [1]

PETA präsentiert Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft

Die tierhaltende Landwirtschaft tötet jedes Jahr allein in Deutschland rund 750 Millionen fühlende Lebewesen und gehört zu den ressourcenintensivsten und umweltschädlichsten Wirtschaftszweigen unserer Zeit. [2] Es braucht dringend eine Agrarwende hin zur tierfreien Landwirtschaft, um das Leben künftiger Generationen zu sichern. PETA hat aus diesem Grund Ende Mai einen Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf. Die Tierrechtsorganisation zeigt anhand konkreter Schritte, wie der Umstieg auf veganen Ökolandbau gelingen kann – um die Zukunft von Tieren und Menschen zu sichern sowie die Klimakatastrophe abzumildern. Zudem präsentiert der Plan eine Strategie für den Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Mix, Ulrike (2026): Verzweifelter Kampf gegen Feuer auf Bauernhof: Dennoch sterben Hunderte Tiere. Online abrufbar unter: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/tuebingen/brand-gefluegelhof-100.html. (21.09.2026)
[2] Shepon et al. (2018): The opportunity cost of animal based diets exceeds all food losses. Online abrufbar unter: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.1713820115. (11.09.2026).
[3] Deutscher Bundestag (2012): Tierschutz bei der Tötung von Schlachttieren. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Bärbel Höhn, Friedrich Ostendorff, Undine Kurth (Quedlinburg), weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Drucksache 17/9824. Online abrufbar unter: http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/17/100/1710021.pdf. (18.12.2025).

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