Schwaan: Mutmaßlich „exotische“ Katze gesichtet – PETA fordert deutschlandweites Haltungsverbot von Wildtieren

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Medienberichten zufolge wurde mutmaßlich eine „exotische“ Katze in Schwaan gesehen und gefilmt. Bereits seit Mai gab es im Landkreis Rostock mehrere Sichtungen des Tieres. Aktuell kursiert ein Video in sozialen Medien, das die Katze an einem Zaun bei einem Reiterhof in Schwaan zeigen soll. Auf den Aufnahmen wirkt sie unruhig und läuft wiederholt auf und ab. Derzeit prüft das zuständige Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) das Bildmaterial. Bereits Anfang der Woche wurde eine Lebendfalle aufgestellt, um das Tier zu fangen. Fachleute vermuten, dass es sich um einen afrikanischen Serval oder eine Savannah-Katze handeln könnte. Bislang ist unklar, woher die Katze stammt und ob sie ausgesetzt wurde. Das Landesamt für Umwelt ruft dazu auf, Sichtungen zu melden. Hinweise werden unter den Telefonnummern 0385/588-64201 oder -64290 entgegengenommen. PETA fordert den neuen Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer auf, Handel und Haltung von Wildtieren und allen sogenannten Hybridzüchtungen für Privatpersonen zu verbieten.

„Dieser Fall macht einmal mehr deutlich, dass wir dringend die Haltung von Wildtieren in Deutschland verbieten müssen. Obwohl sie niemals artgerecht in Gefangenschaft gehalten werden können, landen die Tiere in privaten Haushalten“, so Björn Thun, Fachreferent bei PETA. „Selbst Wildkatzen aus Afrika oder ‚Hybridzüchtungen‘ können ganz einfach über das Internet erworben werden. Zum Schutz von Mensch und Tier fordern wir daher ein generelles Haltungs- und Verkaufsverbot von Wildtieren.“

PETA fordert generelles Haltungsverbot von Wildtieren in Privathaushalten

Die Tierrechtsorganisation kritisiert, dass der Kauf von gefährlichen und anspruchsvollen Tieren unabhängig von dringend erforderlichem Fachwissen noch immer erlaubt ist. In der Folge brechen jedes Jahr Hunderte wilde Tiere aus ihren Terrarien aus oder werden von überforderten Personen einfach ausgesetzt. Tierheime und Tierauffangstationen sind häufig überfüllt mit Wildtieren, die einen besonders großen Anspruch an ihren Lebensraum haben. Eine tierärztliche Fallstudie, bei der rund 150 verstorbene Reptilien untersucht wurden, kam zu dem Ergebnis, dass 51 Prozent der Tiere an durch Haltungsfehler verursachten Krankheiten litten. [1]

Das Ergebnis einer Studie, welche vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) 2020 vorgestellt wurde, bestätigt zudem, dass der Handel mit „exotischen“ Wildtieren zum weltweiten Artensterben beiträgt und dass besonders aus Gründen des Arten- und Naturschutzes dringend entsprechend gehandelt werden muss.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Schmidt, Volker (2008): Die Bedeutung von haltungs- und ernährungsbedingten Schäden bei Reptilien. Eine retrospektive pathologische Studie, 4. Leipziger Tierärztekongress.

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