Schwerer Kutschunfall in Oelde: Pferd und Frau verletzt – PETA appelliert an Landrat Dr. Olaf Gericke, Kutschfahrten im Kreis zu untersagen

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Einer Polizeimeldung zufolge kam es am Sonntag, dem 11. Oktober, zu einem schweren Kutschunfall in Oelde-Sünninghausen. Die Kutsche habe gegen 17 Uhr wegen eines entgegenkommenden Radfahrers auf einem Grünstreifen an der Straße Ressenberger Feld gestanden. Als ein Jogger rechts an dem Gespann vorbeigelaufen sei, habe sich das Pferd erschrocken und sei mit der Kutsche über eine Streuobstwiese gerannt. Dabei habe sich das Tier in einem Stacheldrahtzaun verfangen und verletzt. Die Kutsche sei umgekippt und die 54-jährige Kutscherin gestürzt. Sie erlitt schwere Verletzungen. Die Polizei sucht nun Hinweise auf den Jogger, der laut Zeugenaussagen weitergelaufen sei, ohne sich um die Verletzten zu kümmern. Angesichts dieses Vorfalls appellierte PETA heute an Landrat Dr. Olaf Gericke, ein Verbot von Pferdekutschen im Landkreis Warendorf zu prüfen.

„Dass schon ein vorbeilaufender Jogger ein Pferd so sehr erschrecken kann, zeigt, wie gefährlich Kutschfahrten sind. Als sensible Fluchttiere können Pferde schon bei kleinsten Störungen erschrecken, in Panik geraten und unkontrolliert loslaufen. Hinzu kommt, dass die Kutschen bei Unfällen kaum Schutz bieten“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Der Landkreis Warendorf sollte Konsequenzen ziehen und ein Kutschverbot beschließen – zum Schutz von Pferden und Menschen.“

39 Unfälle bei Kutschfahrten im Jahr 2025

Jährlich ereignen sich Dutzende Unfälle mit von Pferden gezogenen Kutschen. 2025 wurden bei insgesamt 39 Kutschunfällen in Deutschland mindestens 58 Menschen verletzt, viele von ihnen schwer. Vier Pferde starben, mindestens acht weitere erlitten Verletzungen. Die mit Abstand häufigste Unfallursache war das Erschrecken eines oder mehrerer Pferde. 2024 gab es mindestens 38 Kutschunfälle.

Die häufig schweren Verläufe der Unfälle sind vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen. Rothenburg ob der Tauber beschloss 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte.

Tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt

PETA setzt sich für ein Verbot von Pferdekutschen ein. Die sensiblen und sozialen Lauftiere möchten in einer Herde leben. Sie benötigen gute Nahrung und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, führt das auf Dauer zu seelischem Leid und körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.

Ein totes Pferd liegt neben einer Kutsche.

Das druckfähige Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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