Sicherheit und Tierschutz an die erste Stelle: PETA appelliert an Juister Bevölkerung, sich beim Bürgerforum gegen Pferdekutschen auszusprechen

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Rückwärts- oder zukunftsgewandt? – Juist entscheidet über Flughafenanbindung: Morgenlädt Bürgermeister Dr. Tjark Goerges ab 19 Uhr die Juister Bevölkerung ins Dorfgemeinschaftshaus, um zwei verschiedene Transportkonzepte für die Flughafenanbindung vorzustellen und zu diskutieren. Zur Wahl stehen die Fortführung des Pferdekutschenbetriebs oder eine offenbar elektrisch betriebene „Bimmelbahn“. PETA appelliert nun an die Bevölkerung, sich aufgrund der Risiken und der Tierschutzproblematik gegen die Fortführung des offiziellen Kutschbetriebs auf der Nordseeinsel auszusprechen. Die Tierrechtsorganisation führt an, dass jedes Jahr mehrere Dutzend Kutschen in Deutschland verunglücken, wobei zahlreiche Menschen und Tiere schwer verletzt werden oder sogar sterben.

„Pferde sind Fluchttiere, daher ist jede Kutschfahrt mit einem überproportionalen Risiko behaftet. Wir hoffen, dass die Menschen mit der Zeit gehen und der tier- und umweltfreundlichen Elektromobilität den Vorrang geben. Brenzlige Situationen mit Juister Kutschen waren in der Vergangenheit schon ein Thema bei den Behörden“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Auch aus Tierschutzsicht sind Pferdekutschen abzulehnen, da es alles andere als tiergerecht für ein Pferd ist, stundenlang vor Kutschen stehen und diese ziehen zu müssen.“

38 Unfälle bei Kutschfahrten im Jahr 2024

Jährlich ereignen sich Dutzende Unfälle mit von Pferden gezogenen Kutschen. 2024 wurden bei insgesamt 38 Kutschunfällen in Deutschland mindestens 65 Menschen verletzt, viele von ihnen schwer. Darüber hinaus starben 2024 vier Pferde, mindestens 17 weitere erlitten Verletzungen. Die mit Abstand häufigste Unfallursache war ein Erschrecken eines oder mehrerer Pferde. 2023 gab es mindestens 30 Kutschunfälle. PETA weist darauf hin, dass die häufig schweren Verläufe der Unfälle vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie Gurte und Airbags sowie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen sind. Rothenburg ob der Tauber beschloss 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte.

Tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt

PETA setzt sich für ein Verbot von Pferdekutschen ein. Die sensiblen und sozialen Lauftiere möchten in einer Herde leben. Sie benötigen gute Nahrung und stets frisches Wasser, Pflege und falls notwendig medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten zudem natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, bedeutet das für die Tiere ein leidvolles Leben und führt auf Dauer zu seelischen und körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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