Stadtrat entscheidet über Auftrittsverbot für Tierzirkusse in Salzgitter: PETA appelliert an Fraktionen, dem Antrag zuzustimmen

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Appell an die Politik: Beim morgigen Sitzungstermin entscheidet der Rat der Stadt Salzgitter über einen Beschlussvorschlag der Ratsgruppe Grüne – Die PARTEI. Der Antrag sieht vor, Zirkusbetrieben, die Tiere mitführen, künftig keine Gastspielgenehmigungen mehr zu erteilen. PETA begrüßt die Tierschutzinitiative des Rates. Im Vorfeld der Abstimmung forderte die Tierrechtsorganisation bereits die Fraktionen und den Oberbürgermeister Frank Klingebiel auf, eine Regelung für kommunale Flächen zu erlassen. Damit soll auch der nach PETAs Ansicht längst überfälligen Forderung nach einem bundesweiten Zirkus-Wildtierverbot Nachdruck verliehen werden. Darüber hinaus sieht die Organisation auch private Vermieter in der Verantwortung, künftig keine Flächen mehr an Zirkusbetriebe zu vermieten, die Tiere mitführen.

„Die Haltung und Dressur von Wildtieren im reisenden Zirkus ist mit tierschutzrelevanten Problemen verbunden. Auch domestizierte Tiere wie Pferde können ihre Bedürfnisse in wechselnden und beengten Haltungsbedingungen nicht ausreichend ausleben.“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Transporte, begrenzte Bewegungsmöglichkeiten und Trainingssituationen können zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Eine kommunale Regelung kann helfen, diese Risiken zu verringern. Wir appellieren daher an die Entscheidungsträger, ein klares Signal für mehr Tierschutz zu setzen.“

Deutschland Schlusslicht beim Schutz von Tieren im Zirkus

Die Bundestierärztekammer, der Bundesrat und zwei Drittel der Deutschen fordern seit Jahren ein Verbot von Wildtieren im Zirkus. Während in den vergangenen Jahren zahlreiche europäische Länder solche Regelungen erlassen haben, gibt es in Deutschland noch immer kein Zirkus-Wildtierverbot. Mit der geplanten Novellierung des deutschen Tierschutzgesetzes war ein Verbot der Zurschaustellung von Giraffen, Elefanten, Nashörnern, Flusspferden, Primaten, Großbären, Großkatzen sowie Robben an wechselnden Orten vorgesehen. Durch den Bruch der Ampelkoalition ist dies vorerst gescheitert. Da eine bundesweite Regelung zur Einschränkung von Tierdressuren im Zirkus damit weiter auf sich warten lässt, drängt die Tierrechtsorganisation auf kommunale Regelungen – zum Schutz von Tieren und Menschen.

Tiere leiden im Zirkus

PETA fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus. Die Haltung und Zurschaustellung sind für sie alle untrennbar mit Leid verbunden. Die ständigen Transporte, die viel zu kleinen Gehege und eine Dressur, die gerade bei Wildtieren von Gewalt und Zwang geprägt ist, führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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