Dieser Tage startet in Franken die sogenannte „Karpfensaison“. Dort werden die Tiere traditionell in den Monaten mit „R“ im Namen, von September bis April, auf den Speiseplan gesetzt. PETA appelliert an die Menschen, dieses Leid nicht zu unterstützen. Stattdessen können Restaurantinhaber und -gäste auf pflanzliche Herbstküche setzen und regionalen Gemüsesorten eine Bühne auf den Tellern bieten.
„Während in Franken die Monate mit ,R‘ traditionell für die ,Karpfensaison‘ stehen, die für Zigtausende Karpfen den Tod bedeutet, beginnt gleichzeitig die Hochsaison für regionale Gemüsesorten mit ,R‘ im Namen wie Kürbis, Rotkohl, Wirsing und Rote Bete“, so Dr. Tanja Breining, Fachreferentin bei PETA. „Wir fordern Gastwirte und Verbraucher daher auf, auf pflanzliche, regionale Gerichte umzusteigen und Karpfen nicht als Saisonprodukt, sondern als Individuen wahrzunehmen und sie vom Speiseplan zu streichen.“
Tierschutzverstöße für PR-Aktionen
PETA verweist zudem auf Tierschutzverstöße bei vergangenen PR-Aktionen rund um die „Karpfensaison“ in Franken. So hielt „Lokalprominenz“ bei der Eröffnung 2018 große Karpfen in die Kamera, ohne Rücksicht auf den Stress der Tiere und ihre Atemnot außerhalb des Wassers. Fotos und Videos zeigen, wie die panisch zappelnden Karpfen von einem Teichwirt in trockene Eimer und einen Bottich mit sehr flachem Wasser geschüttet und dann von Politikern in die Hand genommen wurden.
Fische sind sensibel, spüren Schmerz und sind hochintelligent
Fische sind neugierige, fühlende Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie haben ein komplexes Sozialleben, kommunizieren auf vielfältige Weise, schließen Freundschaften, beschützen ihren Nachwuchs und sie spüren Schmerzen. [1] Internationale Studien bestätigen dies; auch das Friedrich-Loeffler-Institut kam zu dem Schluss, dass Fische Schmerzen empfinden können und als sensible Lebewesen geschützt werden sollten. [2] Studien zeigen zudem, dass die Tiere über bemerkenswerte kognitive Fähigkeiten verfügen: Putzerfische können ihr Gesicht auf Fotos und im Spiegel wiedererkennen [3] und Seebrassen Tauchende an der Farbe ihrer Ausrüstung voneinander unterscheiden. [4] Forschende der Universität Bonn fanden heraus, dass Fische addieren und subtrahieren können. [5] Eine Studie aus dem Februar 2026 zeigt außerdem, dass Putzerfische nicht nur ihr Spiegelbild erkennen, sondern auch mit diesem interagieren, indem sie ein Stück Nahrung benutzen. Dieses Verhalten gilt als „Kontingenzprüfung“ und deutet auf hohe kognitive Fähigkeiten hin. Es wurde auch bei Delfinen beobachtet. [6]
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
