Termineinladung: Aktivistin wird vor COACH-Filiale in München „gehäutet“ – PETA wirft Unternehmen Greenwashing mit angeblich nachhaltigem Leder vor

Leder Aktion in den USA

Mit einer eindringlichen Aktion macht PETA am Mittwoch vor der COACH-Filiale in München darauf aufmerksam, dass Leder nichts anderes als die abgezogene Haut fühlender Individuen ist. Eine Person zieht einer Aktivistin symbolisch die „Haut“ vom Körper. Weitere Demonstrierende halten ein Schild mit der Aufschrift „COACH: Leather is someone’s skin!“. Jedes Jahr werden weltweit über 1,4 Milliarden Rinder, Ziegen und Schafe getötet, um ihre Haut zu Leder zu verarbeiten. Viele von ihnen waren zuvor in engen Ställen eingesperrt und mussten schmerzhafte Eingriffe wie das Ausbrennen der Hörner oder Brandmarkierungen über sich ergehen lassen. PETA kritisiert, dass COACH Lederprodukte als „nachhaltig“ bewirbt, und fordert das Unternehmen auf, tierfreie Alternativen zu verwenden.

Details zur Aktion:

Datum: Mittwoch, 1. April 2026
Uhrzeit: 11:15 Uhr bis 12:15 Uhr
Ort: Vor der COACH-Filiale, Brienner Str. 12/12A, 80333 München
Kontakt vor Ort: Noemi Salewski (Den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her.)

„Lederprodukte können niemals nachhaltig sein, da Tiere ausgebeutet werden und die Umwelt massiv belastet wird“, so Noemi Salewski, Aktionskoordinatorin bei PETA. „COACH darf Tierleid nicht länger als Luxus vermarkten und sollte konsequent auf vegane Materialien umsteigen.“

Die vielfältigen Misshandlungen der Tiere bei der Lederherstellung

In großen Lederproduktionsländern wie Indien treiben Arbeiter Rinder, Büffel und andere Tiere oftmals auf kilometerlangen Märschen zu Schlachthöfen. Brechen sie vor Erschöpfung zusammen, werden ihnen Chilischoten in die Augen gerieben. Weitere Video-Enthüllungen von PETA zeigen, wie die Arbeiter in der brasilianischen Lederindustrie Kälbern mit heißen Brandeisen das Gesicht verbrennen und Rinder mit Elektroschocks quälen.

Auch in Ländern wie Deutschland stehen noch immer viele Rinder in dunklen Ställen in ihren eigenen Fäkalien, teils in der extrem einschränkenden Anbindehaltung. Zugleich nehmen Lebendexporte von Rindern massiv zu. Immer mehr Tiere werden zu weit entfernten Schlachthöfen transportiert. Auf den zum Teil wochenlangen Schiffstransporten leiden viele an Hunger und Durst, bis ihnen häufig ohne Betäubung die Kehle durchtrennt wird.

Tierisches Leder befeuert Klimakatastrophe und Artensterben

Etwa 36 Prozent des weltweiten Waldverlustes werden der Rinderzucht und -haltung zugerechnet, darunter zwei Drittel der gerodeten Flächen des Amazonasgebiets [1; 2]. Wälder sind zur Bewältigung der Klimakatastrophe unverzichtbar, da sie riesige Mengen an Kohlenstoff und Wasser speichern. Insbesondere der Amazonas-Regenwald ist mit rund zehn Prozent aller bekannten Tier- und Pflanzenarten ein wichtiges Refugium der Artenvielfalt. [3] Die Produktion von „Rindsleder“ schadet der Umwelt bis zu 19-mal stärker als pflanzliches Leder und verwendet bis zu 170 verschiedene Chemikalien, darunter Zyanid. [4]

Große Auswahl an tierfreundlichen Alternativen

Neben Kunstleder gibt es zahlreiche Alternativen wie Apfel- oder Ananasleder, die nachhaltiger produziert werden können als die chemisch gegerbte Haut eines getöteten Tieres. Die globale „PETA-Approved Vegan“-Zertifizierung kennzeichnet Handtaschen, Schuhe, Kleidung, Accessoires und Möbel, die aus veganen Materialien hergestellt wurden. Weltweit verwenden über 1.000 Unternehmen bereits das Logo und signalisieren damit ihre Entscheidung gegen Leder, Seide, Wolle, Fell und Federn.

Leder Aktion in den USA

Dieses und ein weiteres Foto können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] World Resources Institute: Deforestation Linked to Agriculture. Online abrufbar unter: https://research.wri.org/gfr/forest-extent-indicators/deforestation-agriculture. (30.03.2026).
[2] PNAS (2020): The origin, supply chain, and deforestation risk of Brazil’s beef exports. Online abrufbar unter: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2003270117#body-ref-r16T. (30.03.2026).
[3] Greenpeace: 8 bedrohte Tiere am Amazonas. Online abrufbar unter: https://wald.greenpeace.at/8-bedrohte-tiere-des-amazonas/. (30.03.2026).
[4] Collective Fashion Justice (2023): Under their skin. Leather’s impact on the planet. Online abrufbar unter: https://www.collectivefashionjustice.org/under-their-skin. (30.03.2026).

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