Termineinladung: Aliens essen „Bio-Mensch aus Freilandhaltung“ – PETA Streetteam fordert am Samstag mit Protestaktion in Tübingen Ende des Speziesismus

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Wie es ist, von einer anderen Spezies verspeist zu werden, veranschaulicht das freiwillige PETA Streetteam Tübingen am Samstag von 14:30 bis 15:30 Uhr beim Modehaus Zinser in der Karlstraße: Auf einem Tisch liegt ein blutverschmierter „Bio-Mensch aus Freilandhaltung“, den als Aliens verkleidete Aktive symbolisch mit Besteck zerteilen und essen. Weitere Beteiligte informieren Interessierte über eine pflanzliche Ernährung und den in der Gesellschaft verbreiteten Speziesismus, also die Diskriminierung bestimmter Lebewesen allein aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Schilder mit der Aufschrift „Fleisch ist Mord, egal bei wem“ und „Speziesismus tötet“ sollen zum Umdenken bewegen. Mit der Aktion appellieren die Freiwilligen an alle Menschen, sich vegan zu ernähren.

„Stellen Sie sich vor, uns würden Außerirdische besuchen: Wir könnten nur hoffen, dass sie uns nicht in Käfige sperren, uns unsere Kinder wegnehmen und unsere Körper zerteilen, wie es der Mensch mit anderen Spezies getan hat. Noch immer wird willkürlich zwischen sogenannten Haustieren und den zur Ausbeutung freigegebenen ‚Nutztieren‘ unterschieden. Aber Gewalt ist immer falsch, unabhängig davon, wer das Opfer ist. Wir appellieren an alle Menschen, sich für pflanzliche Lebensmittel statt zerstückelte Tierleichen zu entscheiden“, so Streetteam-Leitung Sonia Leibold.

Jährlich allein in Deutschland 800 Millionen Lebewesen wegen Fleisch, Milch und Eiern getötet

PETA weist darauf hin, dass viele Menschen hinter Fleisch und anderen Produkten tierischer Herkunft nicht das getötete Lebewesen sehen. Dabei werden jedes Jahr allein in Deutschland rund 800 Millionen Lebewesen getötet. In der Regel vegetieren sie eingepfercht und getrennt von ihren Familien in kargen und kotverdreckten Ställen oder Käfigen dahin. Auch Tiere in der ökologischen Haltung gelten als Ware, werden nicht annähernd artgerecht gehalten und meist in den gleichen Schlachthäusern getötet – weit vor Erreichen ihrer möglichen Lebenserwartung. Dort sind Fehlbetäubungen an der Tagesordnung. Je nach Betäubungsart liegt die Rate der unzureichenden Betäubung laut Bundesregierung bei Schweinen zwischen 3,3 und 12,5 Prozent und bei Rindern zwischen vier und neun Prozent, wenn sie getötet werden. Das sind jährlich weit über fünf Millionen Schweine und mehr als 300.000 Rinder – die Dunkelziffer dürfte nach PETAs Schätzung weit höher liegen. Hinzu kommen unzählige getötete Fische und andere Wasserbewohner.

Tierleid in der Milch- und Eierindustrie

Genau wie Menschen produzieren Kühe Milch als Nahrung für ihre Neugeborenen. Doch säugen und umsorgen können Kuhmütter ihre Kinder in der Milchindustrie nicht: Die beiden werden in der Regel kurz nach der Geburt gewaltsam voneinander getrennt, damit der Mensch die Kuhmuttermilch stehlen kann und das Kalb sie nicht „wegtrinkt“. Denn sie soll verkauft und weiterverarbeitet werden. Oft schreien die beiden tagelang nacheinander. Auch Eier sind für die ausgebeuteten Tiere mit einem Leben voller Leid verbunden – ganz gleich, ob Käfig- oder Biohaltung: Die männlichen Tierkinder werden noch im Ei oder nach einer entbehrungsreichen Mast im Schlachthaus getötet, weil sie keine Eier legen, aber das Töten direkt nach dem Schlupf seit Anfang des Jahres verboten ist. Zwar töten die Betriebe die weiblichen Küken nicht sofort, doch allein in Deutschland ist jede der rund 40 Millionen Hennen gezwungen, bis zu 300 Eier im Jahr oder mehr zu legen – das sind etwa zehnmal mehr, als es die Natur ursprünglich vorgesehen hat. Infolge der zuchtbedingt hohen Ei-Anzahl leiden sie meist schon nach kurzer Zeit unter entzündeten Eileitern und Kloaken, Abmagerung sowie Knochenbrüchen. Nach etwa anderthalb Jahren sind sie für die Industrie unwirtschaftlich; sie werden getötet und durch junge Hennen ersetzt.

Das PETA Streetteam Tübingen ist ein Verbund freiwilliger Unterstützender, die sich für die Ziele der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. einsetzen. 

PETA Deutschland begeht im Jahr 2024 ihr 30-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass fordert die Organisation, dass Tiere vor dem Gesetz als Personen, das heißt als Träger von schutzwürdigen Interessen, anerkannt werden und bestimmte Grundrechte erhalten. PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

Details zur Aktion:

Datum: Samstag, 25. Mai 2025
Uhrzeit: 14:30 bis 15:30 Uhr
Ort: Beim Modehaus Zinser, Kalstraße, 72072 Tübingen
Kontakt vor Ort: Sonia Leibold (den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her)

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