Tierrechtsorganisation fordert bundesweites Verbot von Feuerwerk
Explodierende Raketen, grelle Lichtblitze, panische Tiere: Um auf die Gefahren von Feuerwerk aufmerksam zu machen, erzeugt PETA am Freitag in Kassel ein eindrückliches Bild. 35 Aktive in Morphsuits und mit Tiermasken bilden einen großen „Tierberg“, aus dem eine über drei Meter großeRakete ragt. Eine Nebelmaschine hüllt die Szenerie in Rauch. Mit der aufsehenerregenden Aktion unter dem Motto „Feuerwerk tötet: Verbot jetzt!“ fordert die Tierrechtsorganisation ein grundsätzliches Feuerwerksverbot – privat wie öffentlich.
Details zur Aktion:
Datum: Freitag, 2. Oktober 2026
Uhrzeit: 11:15 bis 12:15 Uhr
Ort: Königsplatz 59, 34117 Kassel
Kontakt vor Ort: Alina Langenhorst(Den telefonischen Kontakt stellen wie auf Anfrage gerne her.)
„Während Menschen staunen, versetzen explodierende Raketen Hunde, Katzen und Wildtiere in Todesangst – und das nicht nur zu Silvester. Denn auch auf Volks- oder Traditionsfesten werden das ganze Jahr über laute Raketen gezündet. Es ist nicht akzeptabel, dass Tierleid für wenige Minuten Unterhaltung in Kauf genommen wird“, so Alina Langenhorst, Teamleitung im Aktionsteam von PETA. „Politik und Kommunen müssen endlich handeln: Schluss mit Feuerwerken – überall!“
Wildtiere geraten durch Feuerwerkslärm in lebensbedrohlichen Stress
Insbesondere Wildtiere leiden aufgrund der lauten Feuerwerkskörper unter enormem Stress. In der Regel flüchten sie vor der extremen Geräuschkulisse. Viele Vögel weichen unter Schock in für sie ungewöhnliche Höhen aus, was mit einem erheblichen Energieverlust einhergeht. Rauchschwaden und helle Leuchtraketen können außerdem zu Desorientierung führen, ihnen die Sicht nehmen und sie blenden, sodass sie Hindernissen nicht mehr rechtzeitig ausweichen können. [1] Es dauert häufig Tage oder sogar Wochen, bis sie sich von diesem Schock erholt haben. Im Frühling und Sommer ist das Risiko besonders hoch, weil viele Tiere wie etwa Vögel und Eichhörnchen ihren Nachwuchs versorgen. Werden die Elterntiere in dieser sensiblen Zeit erschreckt oder verlieren sie die Orientierung, finden sie oft nicht mehr zu ihren Nestern oder Bauen zurück. Die Jungtiere leiden dann unter Durst und Hunger, bis sie schließlich sterben. [2] Auch Hunde, Katzen und viele andere tierische Mitbewohner sind großem Stress ausgesetzt.
Immer wieder kommt es durch Feuerwerk zu schwerwiegenden Unfällen mit Tieren. So starb bei „Rhein in Flammen“ im Mai 2025 ein Schwan, nachdem er aufgeschreckt in eine Hochspannungsleitung flog. Beim Feuerwerk des Wasserfestes in Leipzig im Mai 2024 wurden ein toter Vogel, zwei zertretene Eier und vier verschwundene Jungvögel festgestellt. [3]
Bevölkerung unterstützt mehreren Umfragen zufolge Feuerwerksverbot zum Jahreswechsel
Den meisten Umfragen zufolge wünscht sich die Bevölkerung ein Feuerwerksverbot an Silvester. Von fast 25.000 Teilnehmenden des Meinungsbarometers MDRfragt im Dezember 2025 sprachen sich 61 Prozent für ein Böllerverbot aus – 81 Prozent davon gaben Tierschutz als Grund an. Eine zwischen dem 10. und 13. Januar 2025 durchgeführte, von PETA Deutschland beauftragte repräsentative INSA-Umfrage unter 2.005 Befragten ergab, dass 58 Prozent der Deutschen ein bundesweites generelles Verbot von privatem Feuerwerk zum Jahreswechsel befürworten. Mehrere große Baumarktketten wie Hornbach, Globus Baumärkte, Obi und Bauhaus gingen mit gutem Beispiel voran und haben Silvesterfeuerwerk bereits ausgelistet. Als einer der ersten Staaten in Europa haben die Niederlande ein komplettes Böllerverbot für Privatpersonen eingeführt. [4]

Dieses und ein weiteres Bild können hier heruntergeladen werden.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
