Bedrückendes Bild: Ein „Gorilla“ in Sträflingskleidung sitzt gefangen in einem Käfig, „Schimpansen“ stehen in Ketten daneben. Verkleidete Aktive der freiwilligen PETA Streetteams Düsseldorf und Wuppertal machen am Sonntag von 14:30 bis 15:30 Uhr vor dem Eingang des Krefelder Zoos auf das Leid der dort eingesperrten Primaten aufmerksam. Nachdem das Affenhaus des Krefelder Zoos in der Neujahrsnacht 2020 abgebrannt war, drängten Tierschützer und Primatologen darauf, die Menschenaffenhaltung einzustellen oder zumindest auf Gorillas zu beschränken, deren Gehege nicht vom Brand betroffen war. Stattdessen hat der Zoo Millionen für einen Neubau ausgegeben, dessen erster Abschnitt Anfang Oktober eröffnet wurde. In den neuen Affengehegen sollen etliche Gorillas, Schimpansen und künftig auch wieder Orang-Utans zur Schau gestellt werden. Die Streetteams appellieren an die Passanten, den Krefelder Zoo zu boykottieren.
Details zur Aktion:
Datum: Sonntag, 19. Oktober 2025
Uhrzeit: 14:30 – 15:30 Uhr
Ort: Vor demEingang des Zoos Krefeld, Uerdinger Str. 377, 47800 Krefeld
Demoaufbau: Ein als Gorilla im Sträflingskostüm verkleideter Aktiver sitzt in einem Käfig. Zwei weitere Demonstrierende, die Schimpansen darstellen, stehen in Ketten daneben. Andere Aktive halten Plakate, verteilen Infomaterial und halten Reden.
Kontakt vor Ort: Stefanie Scholz (den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her)
„Es ist Tierquälerei, Menschenaffen in Zoogehegen einzusperren. Die Bedürfnisse unserer nächsten Verwandten können in einem solchen Umfeld nicht annähernd erfüllt werden“, so Stefanie Scholz, Leiterin des Streetteams Düsseldorf. „Wir rufen alle Menschen dazu auf, Mitgefühl zu zeigen und den Krefelder Zoo zu meiden.“
PETA kritisierte das Neubauvorhaben des Krefelder Zoos zusammen mit zehn Tier- und Naturschutzverbänden in einer gemeinsamen Stellungnahme schon im März 2021 als gravierende Fehlentscheidung für den Tier- und Artenschutz. Auch die Unterzeichnenden eines im Sommer 2022 unabhängig erstellten wissenschaftlichen Gutachtens zur Schimpansenhaltung im Zoo Krefeld sprachen sich aus ethischen Gründen gegen ein weiteres Menschenaffenhaus aus.
Im Rahmen der Kampagne „Menschenaffen raus aus Zoos“ fordert PETA, die Haltung der Tiere in Zoos und Tierparks auslaufen zu lassen.
Zoos verschwenden finanzielle Ressourcen und leisten keinen Artenschutz
Deutsche Zoos wildern keine Menschenaffen aus, denn in den Schaugehegen können die Tiere wichtige Verhaltensweisen für ein Überleben in der Natur nicht erlernen. Während hierzulande Millionen in Zuchtprogramme und kostenintensive Zoo-Bauprojekte fließen, sind die Abgaben an Organisationen, die direkt in den natürlichen Lebensräumen bedrohter Tierarten echten Artenschutz betreiben, verschwindend gering. Der Zoo Krefeld vermeldete 2017 beispielsweise eine „Rekordsumme“ von insgesamt 21.200 Euro Spenden an Artenschutzpartner, gab jedoch allein für sein 2012 gebautes Gorillagehege 2,3 Millionen Euro aus.
Viele Natur- und Artenschützer, die sich für den Erhalt des Lebensraums bedrohter Arten einsetzen, zeigen wenig Verständnis für die Zuwendungen an Zoos in Millionenhöhe: Der Chefberater der Vereinten Nationen zum Thema Menschenaffen, Ian Redmond, kommentierte schon 2007 das damals neue Gorillagehege im Londoner Zoo mit den Worten: „Fünf Millionen Pfund für drei Gorillas, während in Nationalparks die gleiche Anzahl an Tieren jeden Tag getötet wird, nur weil es an einigen Land Rovern, ausgebildeten Männern und Wilderei-Patrouillen mangelt – so etwas zu hören, muss für einen Parkaufseher schon sehr frustrierend sein.“ [1]
Menschenaffen in Gefangenschaft: Ungerecht, nicht artgerecht
Menschenaffen haben enorme Ansprüche an ihren Lebensraum und leiden Studien zufolge in Zoos häufig unter schweren Verhaltensstörungen, auch in akkreditierten und vergleichsweise großen zoologischen Einrichtungen. [2-4] Laut einer von PETA in Auftrag gegebenen INSA-Meinungsumfrage vom April 2020 befürwortet mit 41 Prozent die relative Mehrheit der Befragten ein Ende der Zucht und Haltung von Menschenaffen in deutschen Zoos.
Die PETA Streetteams Düsseldorf und Wuppertal sind Verbunde freiwilliger Unterstützender, die sich für die Ziele von PETA Deutschland e.V. einsetzen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
