Auftritt trotz wiederholt dokumentierter Tierquälerei: Circus Krone gastiert ab Donnerstag in Memmingen. Deutschlands größtes Zirkusunternehmen zwingt noch immer sensible Tiere – darunter auch Löwen und Tiger – zu unnatürlichen Tricks, während europaweit zunehmend Verbote für bestimmte Tierarten in Zirkusbetrieben verhängt werden. Um auf die tierschutzwidrigen Bedingungen im Zirkus aufmerksam zu machen, protestiert das Streetteam Memmingen am Donnerstag und am Samstag jeweils von 18:30 bis 19:30 Uhr gegenüber dem Zirkuseingang am Stadtpark Neue Welt. Die Aktiven tragen Tierkostüme und klären mit einem Banner mit der Aufschrift „Tiere raus aus dem Zirkus!“, Schildern und Flyern über das Leid der dort eingesperrten Tiere auf.
„Tiere sind keine Schausteller – egal ob Löwe, Pferd oder Hund. Artwidrige Haltungsbedingungen, Dressur und Auftritte im Zirkus bedeuten für sie Stress und Leid“, so Katrin Kietschky, Streetteam-Leitung. „Mit unserer Aktion appellieren wir an Circus Krone, die Tiere endlich an Lebenshöfe, zoologische Einrichtungen oder geeignete Auffangstationen abzugeben und sie nicht länger quer durchs Land zu karren. Mit einem tierfreien Programm könnte ihnen ein sicheres und artgerechtes Leben ermöglicht werden.“
Gravierendes Tierleid bei Circus Krone
Schwere Tierquälereien sind bei Circus Krone vielfach dokumentiert. Auf PETA.de/Circus-Krone veröffentlichte Verfehlungen des Zirkus zeigen Verhaltensstörungen der Elefanten, einiger Pferde sowie der Löwen. Zudem geben sie einen Einblick in den gewaltvollen Umgang mit vielen Tieren. Videoaufnahmen der letzten Tournee zeigen unter anderem den Peitscheneinsatz, einen auf den Hinterbeinen hüpfenden Tiger und sichtlich gestresste Pferde. Whistleblower-Aufnahmen von der „Krone-Farm“ im bayerischen Weßling dokumentieren, dass die Großkatzen bei der Dressur klare Anzeichen für Angst und Stress zeigen. Ein im November 2022 von Augenzeugen aufgenommenes Video zeigt, wie beim Gastspiel in Coburg ein Zirkusmitarbeiter eines der Pferde mit einem Strick im Kopfbereich schlägt. In einem Video von 2019 ist zu sehen, wie zwei Löwinnen und ein Tiger während des „Trainings“ von Krone-Dompteur Martin Lacey mit Peitsche und Stock geschlagen werden. Hinzu kommen die katastrophalen Haltungsbedingungen bei Circus Krone: In der Regel sind die Löwen und Tiger in einem kleinen Hinterhof des Münchner Winterquartiers untergebracht. Auch während der Tournee sind die Tiere meist auf engstem Raum eingesperrt. Auch Veterinärbehörden, Staatsanwaltschaften und behördliche Gutachter stellten in der Tierhaltung bei Circus Krone wiederholt gravierende Missstände fest.
Zukunft ohne Tierdressuren
Während in den vergangenen Jahren zahlreiche europäische Länder Regelungen erlassen haben, gibt es in Deutschland noch immer kein Zirkus-Wildtierverbot. PETA hofft, dass die neue Bundesregierung endlich ein umfassendes, bundesweites Verbot auf den Weg bringt. Allerdings könnte die Umsetzung noch Jahre auf sich warten lassen. Die Tierrechtsorganisation drängt daher weiter auf kommunale Regelungen.
Das PETA Streetteam Memmingen ist ein Verbund freiwilliger Unterstützender, die sich für die Ziele der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. einsetzen.
Details zur 1. Aktion:
Datum: Donnerstag, 8. Mai 2025
Uhrzeit: 18:30 bis 19:30 Uhr
Ort: Gegenüber dem Zirkuseingang am Stadtpark Neue Welt, 87700 Memmingen
Ansprechperson vor Ort: Katrin Kietschky
Details zur 2. Aktion:
Datum: Samstag, 10. Mai 2025
Uhrzeit: 18:30 bis 19:30 Uhr
Ort: Gegenüber dem Zirkuseingang am Stadtpark Neue Welt, 87700 Memmingen
Ansprechperson vor Ort: Katrin Kietschky
Den Kontakt zur Ansprechperson stellen wir gerne her.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
