Tierrechtsorganisation fordert bundesweites Verbot von Feuerwerk
Explodierende Raketen, grelle Lichtblitze, panische Tiere: Am Samstag startet die Kieler Woche. Dabei sollen mehrere Feuerwerke stattfinden: ein „Segelfeuerwerk“, ein „Barockfeuerwerk“, und ein „Höhenfeuerwerk“. Hinzu kommen Feuerwerke an drei Abenden im Rahmen der „Willer Balloon Sail“. Was als spektakuläres Event gefeiert wird, bedeutet für unzählige Tiere Todesangst. Denn nicht nur zu Silvester leiden tierische Mitbewohner sowie Wildtiere massiv unter dem plötzlichen Lärm, unter Blitzen und beißenden Gerüchen der Pyrotechnik, deren Auswirkungen oftmals tödlich sind. PETA hat in einem Schreiben an die Verantwortlichen der Veranstaltung appelliert, das Fest tierfreundlich zu gestalten. Die Tierrechtsorganisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Feuerwerken in Deutschland – privat wie öffentlich.
„Während Menschen staunen, versetzen explodierende Raketen Hunde, Katzen und Wildtiere in Todesangst. Es ist nicht akzeptabel, dass Tierleid für wenige Minuten Unterhaltung in Kauf genommen wird“, so Björn Thun, Fachreferent bei PETA. „Auch wenn die Feuerwerke laut Veranstalter ‚besonders geräuschreduziert‘ sind, bleiben sie für viele Tiere ein unkalkulierbarer Schreckreiz. Lichtblitze, Druckwellen, Rauch und ungewohnte Geräusche können Panik auslösen. Wer schon Drohnen- und Lichtshows einsetzt, zeigt selbst, dass tierfreundliche Alternativen längst verfügbar sind.“
Die Stadt Bonn streicht aus Tierschutzgründen künftig das Feuerwerk bei „Rhein in Flammen“ aus dem Programm: Ab 2028 sollen dort Menschen beispielsweise mit Drohnen- oder Lichtershows zum Staunen gebracht werden. [1]
Wildtiere geraten durch Feuerwerkslärm in lebensbedrohlichen Stress
Insbesondere Wildtiere leiden aufgrund der lauten Feuerwerkskörper unter enormem Stress. In der Regel flüchten sie vor der extremen Geräuschkulisse. Viele Vögel weichen unter Schock in für sie ungewöhnliche Höhen aus, was mit einem erheblichen Energieverlust einhergeht. Rauchschwaden und helle Leuchtraketen können außerdem zu Desorientierung führen, ihnen die Sicht nehmen und sie blenden, sodass sie Hindernissen nicht mehr rechtzeitig ausweichen können. [2] Es dauert häufig Tage oder sogar Wochen, bis sie sich von diesem Schock erholt haben. Im Frühling und Frühsommer ist das Risiko besonders hoch, weil viele Tiere wie etwa Vögel und Eichhörnchen ihren Nachwuchs versorgen. Werden die Elterntiere in dieser sensiblen Zeit erschreckt oder verlieren sie die Orientierung, finden sie oft nicht mehr zu ihren Nestern oder Bauen zurück. Die Jungtiere leiden dann unter Durst und Hunger, bis sie schließlich sterben. [3] Auch Hunde, Katzen und viele andere tierische Mitbewohner sind großem Stress ausgesetzt.
Immer wieder kommt es durch Feuerwerk zu schwerwiegenden Unfällen mit Tieren. Im Mai 2025 starb bei „Rhein in Flammen“ ein Schwan, nachdem er aufgeschreckt in eine Hochspannungsleitung flog. Beim Feuerwerk des Wasserfestes in Leipzig im Mai 2024 wurden ein toter Vogel, zwei zertretene Eier und vier verschwundene Jungvögel festgestellt. [4]
Bevölkerung unterstützt mehreren Umfragen zufolge Feuerwerksverbot zum Jahreswechsel
Den meisten Umfragen zufolge wünscht sich die Bevölkerung ein Feuerwerksverbot an Silvester. Von fast 25.000 Teilnehmenden des Meinungsbarometers MDRfragt im Dezember 2025 sprachen sich 61 Prozent für ein Böllerverbot aus – 81 Prozent davon gaben Tierschutz als Grund an. Eine zwischen dem 10. und 13. Januar 2025 durchgeführte, von PETA Deutschland beauftragte repräsentative INSA-Umfrage unter 2.005 Befragten ergab, dass 58 Prozent der Deutschen ein bundesweites generelles Verbot von privatem Feuerwerk zum Jahreswechsel befürworten. Mehrere große Baumarktketten wie Hornbach, Globus Baumärkte, Obi und Bauhaus haben Silvesterfeuerwerk bereits ausgelistet. Als einer der ersten Staaten in Europa haben die Niederlande ein komplettes Böllerverbot für Privatpersonen eingeführt. [5]
Auch die Schauspieler Martin Brambach und Christine Sommer sprechen sich für ein ganzjähriges Feuerwerksverbot aus. Zusammen mit ihren Hunden Juri und Nala machen sie mit ihrem neuen PETA-Motiv auf die Gefahren von Pyrotechnik aufmerksam, die das gesamte Jahr über für unsere tierischen Mitbewohner und Wildtiere bestehen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
