Rassenwahn: Falsch bei Menschen, falsch bei Tieren! PETA übt scharfe Kritik am „Kleintiermarkt“ des Kleintierzuchtverein Hüttlingen e.V. Auf der an jedem zweiten Sonntag im Monat stattfindenden Veranstaltung, werden unter anderem Meerschweinchen, Kaninchen, Hühner und Sittiche zum Verkauf angeboten. Laut der Tierrechtsorganisation werden Menschen durch solche Tiermärkte dazu verleitet, gezüchtete Tiere zu erwerben, während in deutschen Tierheimen Tausende Lebewesen auf ein neues Zuhause warten. Derartige Veranstaltungen bedeuten für die sensiblen und sozialen Tiere zudem massiven Stress. Die sommerlichen Temperaturen sind für die Tiere oftmals eine weitere, massive Belastung. PETA betont, dass alle Tiere als Familienmitglieder gesehen werden sollten und nicht zu Ausstellungsobjekten degradiert werden dürfen. Die Tierrechtsorganisation fordert ein Heimtierschutzgesetz, das allen sogenannten Haustieren, die derzeit größtenteils in einem rechtsfreien Raum leben, den nötigen Schutz sowie ein artgerechtes Leben ermöglicht und Qualzuchten verbietet.
„Verbände, die Kleintiere züchten, um gezielt bestimmte Formen und Farben zu ‚kreieren‘, nehmen billigend in Kauf, dass viele der Tiere während ihres gesamten Lebens leiden und oft schwer krank sind. Spontan erworben, verbringen sie nicht selten ein Leben ohne Artgenossen in kleinen Käfigen und leiden still“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Wir haben die große Sorge, dass besonders bei den derzeit hohen Temperaturen einige Tiere aufgrund der Hitze versterben oder massiv leiden und fordern aus diesem Grund auch das Veterinäramt auf, die Ausstellung abzusagen.“
Zucht führt häufig zu Gesundheitsproblemen
Weil das äußere Erscheinungsbild der Tiere im Vordergrund steht, leiden zahlreiche sogenannte Rassetiere mitunter lebenslang an gesundheitlichen Problemen. So sind die als „Heimtiere“ beliebten Widderkaninchen, auch „Schlappohrkaninchen“ genannt, aufgrund ihrer Hängeohren besonders anfällig für wiederkehrende und schmerzhafte Entzündungen in den Gehörgängen. Weitere Leidtragende sind beispielsweise Zwergkaninchen, die durch ihre extreme Kurzköpfigkeit häufig Probleme mit ihren Zähnen und dem Tränennasenkanal haben. Auch weiße Kaninchen, als Albino bekannt, sind typische Qualzuchten. Die für ihr schneeweißes Fell und ihre roten Augen bekannten Kleintiere sehen nicht scharf, nehmen Kontraste schlechter wahr und sind meist kurz- oder weitsichtig.
Vogelzucht verursacht nichts als Leid und kranke Tiere
Das Leben in Gefangenschaft wird für viele Vögel zur Todesstrafe. Ihnen das Fliegen zu verbieten, kommt Tiermissbrauch gleich. Denn es raubt diesen beeindruckenden Tieren ihr natürlichstes Verhalten. Oft leiden Vögel in Gefangenschaft unter chronischem Stress, was dazu führt, dass sie stereotype Verhaltensweisen entwickeln. Dazu zählen das ständige mit dem Kopf wackeln, in die Gitterstäbe ihrer Käfige beißen, zittern, völlig zusammenbrechen, sich Federn ausreißen und sich selbst verstümmeln – manchmal sogar bis zum Tod.
Verschärfte Situation in Tierheimen
PETA weist darauf hin, dass die Nachzucht auch die Situation für heimatlose Tiere verschärft. In deutschen Haushalten leben bereits rund 34,3 Millionen sogenannte Haustiere, darunter 4,9 Millionen Kleintiere. [1] Um die Nachfrage nach bestimmten „Rassen“ zu befriedigen, „produzieren“ Züchterinnen und Züchter jedoch weiterhin reichlich Nachwuchs – dabei warten jährlich allein in Deutschland hunderttausende Tiere im Tierheim auf ein Zuhause. 25 bis 30 Prozent der Tiere bleiben ein Jahr oder länger im Tierheim. PETA appelliert daher an alle Menschen, die Zucht nicht zu unterstützen und stattdessen einem hilfsbedürftigen Tier aus dem Tierheim ein Zuhause zu schenken.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So empfinden viele Menschen Hunde und Katzen als Familienmitglieder und lehnen es ab, sie zu halten, auszubeuten und zu töten wie Schweine, Rinder oder Hühner. Trotzdem betrifft Speziesismus auch sogenannte Haustiere: Sie werden zur menschlichen Unterhaltung benutzt, oftmals unter tierschutzwidrigen Bedingungen (qual-)gezüchtet und wie Ware verkauft. Auch für Tierversuche werden sie missbraucht.
