Was an tierethischer Bildung in den Lehrplänen fehlt, nehmen die Schülerinnen und Schüler des Goerdeler-Gymnasiums in Paderborn selbst in die Hand: Im Rahmen der diesjährigen Projektwoche vom 13. bis 16. Juli zum Thema „Frieden“ beschäftigt sich eine Projektgruppe mit bewusster Ernährung und Tierschutz. Die Heranwachsenden setzen damit ein wichtiges Zeichen dafür, dass auch beim Essen friedvolle Entscheidungen getroffen werden können. Zur Unterstützung hat die Projektgruppe PETAKids in die Schule eingeladen. Mit einem Workshop zu Tierethik und Ernährung unterstützte die Bildungskampagne das Projekt der Schülerinnen und Schüler am Auftakttag vor Ort.
„Es ist ermutigend zu sehen, dass die Teilnehmenden des Workshops zu dem Schluss gekommen sind, dass es keinen vernünftigen Grund gibt, Tiere auszubeuten und zu töten“, so Mareike Homan, Fachreferentin bei PETAKids. „Vorbildlich ist auch, dass die Schülerinnen und Schüler Tierrechte eigenständig in den Mittelpunkt der Projektwoche gestellt haben. Es zeigt, dass Bildungseinrichtungen, die den gesellschaftlichen Umgang mit Tieren offen und umfassend thematisieren, kritisches Denken und verantwortungsbewusstes Handeln fördern. Wir hoffen, dass dieses Engagement viele weitere Schulen inspiriert und tierethische Bildung als festen Bestandteil im Lehrplan etabliert.“
„Es war schön zu sehen, wie der Workshop heute Neugier und Motivation geweckt hat. Genau das brauchen die Schülerinnen und Schüler als Ausgangspunkt für die nächsten Tage, in denen sie selbst vegan kochen und das Thema Tierschutz ganz praktisch erleben werden. Mit der Projektwoche und mit PETAKids konnten die Schülerinnen und Schüler heute wichtige Dinge erfahren, die in der Gesellschaft und den Bildungsplänen sowie Schulbüchern oft vergessen und vernachlässigt werden“, so Coralie Witte-Jorkowski, Lehrperson am Goerdeler-Gymnasium.

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Eine Woche lang beschäftigen sich 33 junge Menschen in der Projektgruppe am Goerdeler-Gymnasium damit, welche Auswirkungen unsere Ernährung auf andere Lebewesen hat und wie sie nachhaltig und gerecht gestaltet werden kann. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich dabei mit Fragen wie „Gibt es einen vernünftigen Grund, Tiere zu töten?“, „Führt ein Schwein in der Tierwirtschaft ein friedvolles Leben?“ und „Wie sieht eine tierfreundliche und nachhaltige Ernährungsweise aus?“ auseinander. Mit dem Projekt zeigt die Schulgemeinschaft, dass gelebte Demokratiebildung, Bildung für nachhaltige Entwicklung und tierethische Bildung Hand in Hand gehen – und nimmt damit eine Vorbildfunktion für Schulen und die Bildungspolitik ein.
Speziesismus in der Bildungslandschaft
Im Alltag wird Kindern oft vermittelt, dass die eigenen Bedürfnisse schwerer wiegen als die anderer Lebewesen. Dieses Verständnis spiegelt sich auch in vielen Lehrmitteln wider: Eine Studie der Universität Osnabrück stellte in einer Untersuchung der deutschlandweit zugelassenen Bücher für die Naturwissenschaften der 5. bis 6. Klasse fest, dass vor allem Tiere in der Landwirtschaft allein auf ihren Wert als „Produkt“ reduziert werden. [1] Aus Sicht von PETA stellen Lehrmaterialien die Tierwirtschaft noch immer als gesellschaftlichen Normalzustand dar – obwohl diese allein in Deutschland jährlich rund 750 Millionen fühlende Lebewesen tötet und zu den ressourcenintensivsten und umweltschädlichsten Wirtschaftszweigen unserer Zeit gehört. [2] Zudem fördern sie speziesistische Denkmuster. Speziesismus beschreibt die Diskriminierung empfindungsfähiger Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
PETAKids – PETAs Bildungskampagne für Kinder und Jugendliche
Mit der Kampagne PETAKids stärkt PETA das Bewusstsein von Kindern für einen achtsamen und respektvollen Umgang mit allen Lebewesen im Sinne des Beutelsbacher Konsenses: PETAKids möchte die Kinder und Jugendlichen dazu ermutigen, den gesellschaftlichen Umgang mit anderen Lebewesen kritisch zu hinterfragen. Die Tierrechtsorganisation bietet dafür kostenfreie kindgerechte, fundierte Bildungs- und Informationsmaterialien, Workshops mit qualifizierten Tierrechtsreferenten sowie die Webseite PETAKids.de mit vielen tierischen Wissensangeboten und Tierschutztipps.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
