„Spaß“ auf dem Rücken der Tiere: PETA erreichten mehrere Hinweise auf eine tierschutzwidrige Veranstaltung, die am Sonntag im Moosthenninger Ortsteil Dornwang stattfinden soll. Beim „Ochsenrennen“ müssen Ochsen gegen ihren Willen um die Wette laufen, getrieben von den Frauen und Männern auf ihren Rücken. Laut Medienbericht sollen die zwölf Tiere zudem in mehreren Durchläufen zum Rennen gezwungen werden. PETA hat die Veranstaltenden kontaktiert und sie aufgefordert, von der Aktion abzusehen. Die Tierrechtsorganisation hat zudem das zuständige Veterinäramt gebeten, das Wettrennen in diesem Jahr und in Zukunft zu untersagen. Nach Auffassung von PETA ist die Veranstaltung nicht mit dem Tierschutzgesetz vereinbar. Außerdem wird den Anwesenden vermittelt, dass es in Ordnung sei, Tiere zum Spaß zu misshandeln. Bisher haben beide Stellen nicht auf die Schreiben reagiert.
„Das Ochsenrennen ist eine reine Gaudi-Veranstaltung. Tiere für die Volksbelustigung einem hohen Verletzungsrisiko, Misshandlungen und starkem Stress auszusetzen, ist ein Zeichen von Rückständigkeit und gehört nicht ins 21. Jahrhundert“, so Julia Weibel, Fachreferentin bei PETA. „Kein Rind läuft freiwillig und ohne Not schnell, schon gar nicht vor grölendem Publikum. Wir hoffen, dass die Behörden dem Ochsenrennen einen Riegel vorschieben und klarstellen: Unterhaltung rechtfertigt kein Tierleid. Schlimm genug, dass die Tiere für ihr Fleisch ausgebeutet werden, warum müssen sie auch noch für sinnfreie Rennen ausgebeutet werden?“
Tierleid zur reinen Belustigung
Bei den meisten sogenannten Ochsenrennen tragen die Tiere kleinere oder größere Verletzungen davon. Auch der Stress während des Transports und der Veranstaltung kann zu erheblichem Leid bei den Tieren führen. Während Veranstalter die Risiken kleinreden, berichteten Augenzeugen von bayerischen „Ochsenrennen“ in der Vergangenheit, dass Tiere aufgrund der Aufregung an Durchfall litten und zitterten. PETA betont, dass es gemäß Paragraf 3 des Tierschutzgesetzes verboten ist, Ochsen durch Peitschenschläge eine möglichst hohe Leistung abzuverlangen, die unnatürlich für sie ist. [1] Weiter ist es gemäß Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes strafbar, einem Tier ohne „vernünftigen Grund“ Schmerzen oder Leiden zuzufügen. Demnach dürfen Tiere nicht zur Belustigung Leid ausgesetzt werden.
Intelligente und empfindsame Tiere werden vielfach ausgenutzt
Ochsen werden seit Jahrtausenden vom Menschen in der Landwirtschaft und zu Nahrungszwecken gehalten und „genutzt“. Der Begriff „Joch“, ein Zuggeschirr für Ochsen, wird heute noch im übertragenen Sinn für eine als bedrückend empfundene Fremdherrschaft benutzt. Rinder sind jedoch intelligente, sensible Wesen mit einem Langzeitgedächtnis. Sie bilden im Laufe der Zeit Freundschaften und verfügen über eine Vielzahl an Emotionen. Verhaltensbiologen zufolge haben sie auch die Fähigkeit, sich über die Zukunft Sorgen machen zu können. [2]
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
