Tiertransporterunfall auf A1 zwischen Groß Ippener und Delmenhorst: Zwei Rinder gestorben – PETA erstattet Strafanzeige gegen Verantwortliche und fordert Ende der kommerziellen Beförderung lebender Tiere

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Laut einem Medienbericht verunglückte am Dienstag ein Tiertransporter auf der A1 zwischen Groß Ippener und Delmenhorst. Der LKW-Fahrer übersah ein Stauende und fuhr auf einen bremsenden Transporter auf. In Folge des Zusammenstoßes kippte der Tiertransporter um. Zwei Rinder starben noch vor Ort. PETA hat am 27. August bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg Strafanzeige gegen die Verantwortlichen erstattet, unter anderem wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutztransportverordnung. Die Tierrechtsorganisation fordert ein ausnahmsloses Verbot von kommerziellen Tiertransporten.

„Es gibt keine schonenden Tiertransporte in der Fleisch-, Milch- und Eierindustrie. Bei Unfällen sterben Rinder, Schweine, Hühner, Puten oder andere Tiere langsam und qualvoll. Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, dass sie wie Ware behandelt werden“, so Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Wer Fleisch und andere Produkte tierischen Ursprungs isst, trägt Mitschuld – nur eine vegane Ernährung hilft den Tieren nachhaltig.“

Für Tiere sind die Transporte stets mit zahlreichen Risiken und Qualen verbunden: Sie leiden unter Hunger und Durst, sind erdrückender Enge und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Auch das Verletzungsrisiko in den voll belegten Transportern ist enorm. Immer wieder ereignen sich so Unfälle, die für die Tiere extremes Leid bedeuten.

Tiere auf vielen langen Routen nachweislich nur unzureichend versorgt

Rinder dürfen laut der Tierschutztransportverordnung bis zu acht Stunden am Stück befördert werden. Durch Ausnahmegenehmigungen sind die Transportzeiten oft sehr viel länger. Jede dieser Fahrten geht mit enormen Belastungen für die Tiere einher. Infolge der unzureichenden Versorgung sind sie gezwungen, auf den Transportern dicht an dicht in ihren eigenen Exkrementen auszuharren. Mitunter sind sie dabei extremer Hitze oder Kälte ausgesetzt. Oft sind die Transporter voll belegt, sodass nicht alle Tiere an die Tränken gelangen. Diese fassen bei enormer Hitze mitunter nicht genügend Wasser und sind lange vor der Ankunft leer – oder wurden nie befüllt. Auch Tierkinder, die noch auf Muttermilch angewiesen sind, müssen teils lange Fahrten ertragen.

Das Leid der Kühe in der Ernährungsindustrie

Kühe sind soziale Lebewesen, die lebenslange Freundschaften schließen und eine enge Bindung zu ihrer Familie haben. Für Ernährungszwecke werden die Tiere anhand ihres Nutzens für den Menschen beurteilt und wie Produktionsgüter behandelt. Ihr meist kurzes Leben verbringen sie in der Regel in überfüllten Ställen ohne Freilauf. Jedes Jahr werden mehr als 3 Millionen Rinder in deutschen Schlachthäusern getötet – oftmals ohne wirksame Betäubung. [1]

PETA präsentiert Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft

Die tierhaltende Landwirtschaft tötet jedes Jahr allein in Deutschland rund 750 Millionen fühlende Lebewesen und gehört zu den ressourcenintensivsten und umweltschädlichsten Wirtschaftszweigen unserer Zeit. [2] Es braucht dringend eine Agrarwende hin zur tierfreien Landwirtschaft, um das Leben künftiger Generationen zu sichern. PETA hat aus diesem Grund Ende Mai 2025 einen Strategieplan für den Ausstieg aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf. Die Tierrechtsorganisation zeigt anhand konkreter Schritte, wie der Umstieg auf veganen Ökolandbau gelingen kann – um die Zukunft von Tieren und Menschen zu sichern sowie Klimaextremen zu begegnen. Zudem präsentiert der Plan eine Strategie für den Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Tierhaltung.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Deutscher Bundestag (2012): Tierschutz bei der Tötung von Schlachttieren. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Bärbel Höhn, Friedrich Ostendorff, Undine Kurth (Quedlinburg), weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Drucksache 17/9824. Online abrufbar unter: http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/17/100/1710021.pdf. (01.04.2026).
[2] Shepon et al. (2018): The opportunity cost of animal based diets exceeds all food losses. Online abrufbar unter: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.1713820115. (25.03.2026).

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