Einem Medienbericht zufolge verunfallte am Samstag ein Tiertransporter mit rund 80 Schweinen im Bereich der B213 bei Herzlake. 11 Tiere erlitten dabei so schwere Verletzungen, dass entschieden wurde, sie noch vor Ort zu töten. Der Lkw war nach bisherigen Erkenntnissen beim Abbiegevorgang nach rechts umgekippt, die Ursache ist bislang unklar. PETA erstattete am 4. Mai Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück gegen die Verantwortlichen, unter anderem wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutztransportverordnung.
„Schonende Tiertransporte in der Fleisch-, Milch- und Eierindustrie gibt es nicht. Schweine, Rinder, Hühner, Puten oder andere Tiere sterben bei Unfällen qualvoll und langsam. Ihre Körperteile werden eingequetscht oder brechen. Die Tiere geraten in Panik, erleiden Kreislaufzusammenbrüche oder Herzinfarkte“, so Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Wer Fleisch und andere Produkte tierischen Ursprungs isst, trägt Mitschuld – nur eine vegane Ernährung hilft den Tieren nachhaltig.“
Die Tierrechtsorganisation dankt den beteiligten Einsatzkräften sowie allen weiteren Menschen, die sich bei dem Unfall für die Rettung der Tiere eingesetzt haben.
Für Tiere sind die Transporte stets mit zahlreichen Risiken und Qualen verbunden: Sie leiden unter Hunger und Durst und sind erdrückender Enge sowie Temperaturschwankungen ausgesetzt. Auch das Verletzungsrisiko in den voll belegten Transportern ist enorm. PETA fordert ein ausnahmsloses Verbot von kommerziellen Tiertransporten.
Der Leidensweg von Schweinen in der Tierindustrie
Schweine dürfen laut der Tierschutztransportverordnung bis zu acht Stunden am Stück befördert werden. Allein dies ist extrem belastend für die Tiere. Durch Ausnahmegenehmigungen sind die Transportzeiten jedoch oft sehr viel länger. Auch ohne die qualvollen Transporte leiden Tiere, die für Ernährungszwecke gehalten und gezüchtet werden. Schweine zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten und sind sehr intelligent und sensibel. Viele von ihnen müssen ihr kurzes Leben in Ställen auf Spaltenböden verbringen, ohne je frische Luft zu spüren. 2025 wurden über 44 Millionen Schweine in deutschen Schlachthäusern getötet. Laut Bundesregierung sind dabei bis zu 5 Millionen der Tiere nicht ausreichend betäubt und weisen teilweise noch Lebenszeichen auf, wenn sie in das über 100 Grad heiße Brühbad kommen. [1]
PETA präsentiert Ausstiegsplan aus der Tierwirtschaft
Die tierhaltende Landwirtschaft tötet jedes Jahr allein in Deutschland rund 750 Millionen fühlende Lebewesen und gehört zu den ressourcenintensivsten und umweltschädlichsten Wirtschaftszweigen unserer Zeit. [2] Es braucht dringend eine Agrarwende hin zur tierfreien Landwirtschaft, um das Leben künftiger Generationen zu sichern. PETA hat aus diesem Grund Ende Mai einen Strategieplan für den Ausstieg aus der Tierwirtschaft veröffentlicht und fordert die Politik damit zum Handeln auf. Die Tierrechtsorganisation zeigt anhand konkreter Schritte, wie der Umstieg auf veganen Ökolandbau gelingen kann.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
