Tote Krähe auf landwirtschaftlichem Betrieb in Neritz aufgehängt: PETA erstattet Anzeige beim Landratsamt des Kreises Stormarn und fordert umgehendes Verbot der „Vergrämungsmethode“

Tote krähe hängt an einem Mast

Grausame Abschreckungsmaßnahme: Eine tote Krähe wurde an einem Pfahl auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Neritz aufgehängt – offenbar, um ihre lebenden Artgenossen abzuschrecken. Der Pfahl steht in der Nähe eines Silos, in dem Tiernahrung gelagert wird. Ein empörter Spaziergänger wandte sich mit einem Foto an PETA. Die Tierrechtsorganisation hat am 22. April Anzeige wegen möglicher Verstöße gegen seuchenschutzrechtliche Vorschriften sowie wegen Belästigung der Allgemeinheit (§ 118 OWiG) beim Landratsamt des Kreises Stormarn erstattet.

„Der Anblick dieser Krähe schockiert jeden Menschen, dem Tiere am Herzen liegen“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Diese sogenannte Vergrämungsmethode mit den geschundenen Körpern toter Tiere muss umgehend verboten werden. Zudem sollten uns spätestens die Coronakrise und die aktuell grassierende Vogelgrippe gelehrt haben, dass es verantwortungslos ist, die Leichen von Vögeln zum langsamen Verwesen aufzuhängen. Es ist immer wieder erschreckend zu erleben, wie manche Menschen mit fühlenden Lebewesen umgehen, obwohl diese genauso Leid und Schmerz empfinden wie wir.“

„Vergrämungsmethoden“ mit toten Tieren sollten nach Auffassung von PETA von den Behörden untersagt werden, zumal hier auch eine Belästigung der Allgemeinheit gemäß § 118 des Ordnungswidrigkeitengesetzes vorliegen könnte. Jedes Jahr werden in Deutschland über 100.000 Krähen getötet. Nennenswerte Ernteschäden sind wissenschaftlich nicht bewiesen und dienen bei der Hobbyjagd auf die Vögel meist als Vorwand.

Beispiel des Kantons Genf verdeutlicht: Jagd ist überflüssig

Anerkannte Wildbiologen bestätigen, dass die Jagd aus ökologischer Sicht nicht notwendig ist. Dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge regulieren sich wild lebende Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse selbst, beispielsweise durch die Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten [1]. Der Kanton Genf – in dem die Hobbyjagd seit über 40 Jahren verboten ist – ist nur ein Beispiel dafür. Hier darf sich die Natur fast gänzlich selbst regulieren. Die Folge: eine hohe Artenvielfalt und gesunde, stabile Wildtierpopulationen.

Tote krähe hängt an einem Mast

Das Foto kann hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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