Grausame Kirmes-Tradition: Bei der diesjährigen Pfingstkirmes der Gemeinde Eppelborn soll am 10. Juni ein sogenannter Ferkelumzug stattfinden. PETA wurde gemeldet, dass dabei ein getötetes Ferkel öffentlich zur Schau gestellt wird. Laut der Meldung wird dem toten Tierkind inmitten zahlreicher Zuschauer, darunter auch Kinder, ein Spieß in den Mund gerammt, bevor es gegrillt und verzehrt wird. Die Tierrechtsorganisation kritisiert den Umgang mit dem Ferkel als unethisch und fordert Bürgermeister Andreas Feld auf, den „Ferkelumzug“ aus dem Programm zu streichen. PETA hat die Veranstaltenden am 27. Mai kontaktiert und vorgeschlagen, das Fest stattdessen tier- und klimafreundlich zu gestalten: Feiern die Gemeinde Eppelborn und ihre Gäste ein veganes Fest unter dem Motto „Pflanzlich grillen statt Tiere killen“, spendiert die Organisation 500 vegane Würstchen und unterstützt die Veranstaltenden mit zahlreichen veganen Rezeptvorschlägen.
„Kindern sollte gezeigt werden, wie man Tiere schützt – nicht, wie man sie verspottet und grillt. Jedes Jahr verlieren Millionen Tiere ihr Leben, weil sie für die Essgewohnheiten der Menschen eingesperrt, gequält und getötet werden. Mit schmackhaften pflanzlichen Produkten wie Tofuwürstchen, Gemüsespießen, veganen Steaks oder Linsenbratlingen retten wir Tierleben und schonen die Umwelt“, so Julia Weibel, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Mit einem tierleidfreien Fest könnten die Gemeinde Eppelborn und ihre Gäste ein Zeichen für Mitgefühl und Nachhaltigkeit setzen. Wir hoffen, dass dieses Angebot angenommen wird.“
Tiere leiden in allen Haltungsformen
Allein in Deutschland werden für die Ernährungsindustrie jedes Jahr über 750 Millionen fühlende Landlebewesen getötet. Vor ihrem gewaltsamen Tod werden die Tiere unvorstellbar grausamen Eingriffen unterzogen. So ist es beispielsweise in der Tierwirtschaft legal, Körperteile ohne Betäubung zu amputieren, Kälber meist umgehend nach der Geburt von ihren Müttern zu trennen, Schweine in engen Kastenständen oder Kühe in der Anbindehaltung zu fixieren. Auch unzählbar viele Wassertiere wie Fische oder Krebstiere werden meist ohne Betäubung auf extrem qualvolle Weise gefangen und umgebracht, um sie letztlich etwa als Grillbeilage für eine kurze Mahlzeit zu verkaufen. Unternehmen der Tierwirtschaft betrachten Tiere standardmäßig als Ware und bewerten sie ausschließlich nach ihrem Nutzen für den Menschen. Daraus ergibt sich, dass Tiere in diesen Industrien immer ausgebeutet werden und Leid erfahren – egal bei welcher Haltungsform. Ein solches Vorgehen würden wir bei Hunden und Katzen niemals tolerieren.
Wie landwirtschaftliche Tierhaltung die Umwelt zerstört
Die landwirtschaftliche Tierhaltung – und damit der Konsum tierischer Produkte wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Grillwürstchen – gehört zu den Hauptverursachern der größten Umweltprobleme unserer Zeit und ist in hohem Maße für die Emission klimaschädlicher Gase verantwortlich. Insgesamt sind bis zu 20 Prozent der weltweiten Treibhausgase der Tierwirtschaft zuzuschreiben – mehr als dem gesamten Verkehrssektor. [1] Ebenso stehen die Entwaldung im Amazonasgebiet, die Gewässerverschmutzung an vielen Orten Deutschlands sowie die Feinstaubbelastung in engem Zusammenhang mit der Tierwirtschaft. Tierische Produkte wie Fleisch und Wurst haben eine höhere CO2-Bilanz als pflanzliche Lebensmittel. Die Produktion von 100 Gramm Eiweiß von Rindfleisch aus Weidehaltung verursacht 36-mal mehr CO2-Äquivalente als die Produktion von 100 Gramm Eiweiß aus Erbsen. [2] Eine Oxford-Studie von 2018 kam zu der Schlussfolgerung, dass der Wandel hin zu einer veganen Ernährung die effektivste Möglichkeit ist, die Auswirkungen auf das Klima zu bekämpfen.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
