Unbekannte hängen Dohlen auf Obstfeld bei Ingelheim auf, nur ein Tier überlebt – PETA bietet 1.000 Euro Belohnung für Hinweise

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Tierquäler gesucht: Laut einem Medienbericht entdeckte eine Spaziergängerin am vergangenen Donnerstag auf einem Obstfeld zwischen Ingelheim und Gau-Algesheim zwei aufgehängte Dohlen. Unbekannte hatten die Vögel mit Schnüren an einer Stange befestigt. Eine Dohle war bereits tot. Das überlebende Tier war stark geschwächt und an dem Bein verletzt, an dem die Schnur befestigt war. Offenbar waren die Tiere über Stunden der Sonne ausgesetzt. Eine Tierschützerin befreite die Dohle und brachte sie in eine Wildtierhilfestation. Inzwischen hat sie sich erholt und konnte wieder freigelassen werden. Am folgenden Tag meldete die Zeugin weitere fünf bis sechs tote Dohlen an derselben Stelle. Die Polizei Ingelheim ermittelt.

PETA setzt Belohnung aus

Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Person oder Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich bei der Polizei oder telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.

„Die Dohlen müssen stundenlang in der prallen Sonne kopfüber um ihr Leben gekämpft haben. Es macht fassungslos, dass jemand wehrlosen Tieren solches Leid zufügt“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Wer für diese Tat verantwortlich ist, muss umgehend ermittelt werden, bevor weitere Tiere oder Menschen zu Schaden kommen. Das Aufhängen von Rabenvögeln auf Feldern muss endlich bundesweit verboten werden.“

Aufhängen von Rabenvögeln auf Feldern kein Einzelfall

PETA erstattete allein in diesem Jahr sechs Anzeigen bei Veterinärbehörden, weil Landwirte Krähen auf Feldern aufgehängt hatten. Ob die Tiere zu dem Zeitpunkt des Aufhängens tot waren, ist unklar. Obwohl die Methode zur Vergrämung von Artgenossen wirkungslos ist, billigen einige Veterinärbehörden diese Praxis, andere gehen dagegen vor: Im Juli 2025 ordnete die Wormser Umweltbehörde an, dass die Tierkörper abgehängt werden müssen. [1] Das Kreisveterinäramt Weilheim-Schongau forderte im Mai 2026 einen Landwirt auf, die toten Vögel abzuhängen. Er wurde von der Behörde über „die Bedeutung einer ineffizienten Vergrämungsmethode und die damit verbundene negative Außenwirkung der Maßnahme belehrt”. Auch „negative Aspekte, wie das Anlocken von Aasfressern und die grundlegende Bedeutung im Zusammenhang mit Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz landwirtschaftlicher Tierhaltungen“ wurden demnach erörtert. [2] Dohlen sind durch das Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt.

Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes, und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [3] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.

PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Verantwortlichen zu helfen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Schmahl, A. (2025): „Tote Krähen auf Feld in Worms aufgehängt“. In: Merkurist. Online unter: https://merkurist.de/worms/peta-schaltet-sich-ein-tote-kraehen-auf-feld-in-worms-aufgehaengt_laVU (02.06.2026)
[2] Peters, C. (2026): „Grausame Abschreckungsmaßnahme“: Peta erstattet Anzeige wegen aufgehängter toter Krähe. In: Merkur. Online unter: https://www.merkur.de/lokales/schongau/peiting-ort49612/grausame-abschreckungsmassnahme-peta-erstattet-anzeige-wegen-aufgehaengter-toter-kraehe-94315522.html. (02.06.2026)
[3] PETA Deutschland e.V. (2018): Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei. https://www.peta.de/wp-content/uploads/2020/11/Broschuere-A5-Menschen_die-Tiere-quaelen-2019-04-print24.pdf.

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