Einem Medienbericht zufolge kam es am vergangenen Freitag auf der Landesstraße 317 beim Stadtteil Arnach zu einem Unfall mit einer Pferdekutsche. Das Pferd erschrak nach bisherigen Erkenntnissen durch Blasmusik und drehte sich um 180 Grad, wobei die Kutsche umkippte. Anschließend zog das Tier das Gespann mit der Kutscherin rund 50 Meter über die Straße. Die 44-Jährige stürzte dabei und verletzte sich leicht. Sie wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Das Pferd erlitt Schürfwunden. Angesichts dieses Vorfalls forderte PETA Harald Sievers heute auf, ein Verbot von Pferdekutschen im Landkreis Ravensburg einzuführen.
„Pferde sind Fluchttiere. Erschrecken sie, geraten sie oft in Panik und lassen sich kaum noch bremsen. Immer wieder passieren schwere Unfälle, teils mit tödlichem Ausgang. Hinzu kommt, dass die Gespanne weder über sichere Bremssysteme noch über Airbags oder eine Knautschzone verfügen“, so Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA. „Solche Unfälle sollten zu der Erkenntnis führen, dass die Verwendung von Pferdekutschen ein erhebliches Risiko darstellt. Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist deshalb ein Verbot von Kutschfahrten.“
39 Unfälle bei Kutschfahrten im Jahr 2025
Jährlich ereignen sich Dutzende Unfälle mit von Pferden gezogenen Kutschen. 2025 wurden bei insgesamt 39 Kutschunfällen in Deutschland mindestens 58 Menschen verletzt, viele von ihnen schwer. Vier Pferde starben, mindestens acht weitere erlitten Verletzungen. Die mit Abstand häufigste Unfallursache war das Erschrecken eines oder mehrerer Pferde. 2024 gab es mindestens 38 Kutschunfälle.
Die häufig schweren Verläufe der Unfälle sind vor allem auf fehlende Sicherungsvorrichtungen wie mangelhafte Beleuchtung und unzureichende Bremssysteme zurückzuführen. Rothenburg ob der Tauber beschloss 2010 nach einem schweren Pferdekutschenunfall ein Kutschverbot im Innenstadtbereich, das der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte.
Tiergerechte Lebensweise wird Pferden vor Kutschen verwehrt
PETA setzt sich für ein Verbot von Pferdekutschen ein. Die sensiblen und sozialen Lauftiere möchten in einer Herde leben. Sie benötigen gute Nahrung und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, führt das auf Dauer zu seelischem Leid und körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.

Das druckfähige Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.