Unfall mit Tiertransporter im Kreis Emsland: Zahlreiche Hühner getötet – PETA erstattet Strafanzeige gegen Verantwortliche und fordert Ende der kommerziellen Beförderung lebender Tiere

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Einem Medienbericht zufolge wurden in der Nacht auf Donnerstag, den 10. Oktober, bei einem Tiertransport in Twist mehrere Hühner getötet. Der mit etwa 5800 Hühnern beladene Lkw war aus ungeklärter Ursache von der Straße abgekommen und umgekippt. Die genaue Zahl der verstorbenen Tiere sei nicht bekannt, nach vorläufiger Schätzung habe mehr als die Hälfte nicht überlebt. PETA hat am 11. Oktober Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück gegen die Verantwortlichen erstattet, unter anderem wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutztransportverordnung. Für Tiere sind die Transporte stets mit zahlreichen Risiken und Qualen verbunden: Sie leiden unter Hunger und Durst, sind erdrückender Enge und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Auch das Verletzungsrisiko in den voll belegten Transportern ist enorm. Immer wieder ereignen sich so Unfälle, die für die Tiere extremes Leid bedeuten. Die Tierrechtsorganisation fordert ein ausnahmsloses Verbot von kommerziellen Tiertransporten.

„Schonende Tiertransporte in der Fleisch-, Eier- und Milchindustrie gibt es nicht. Bei Unfällen sterben Hühner, Puten, Schweine, Rinder oder andere Tiere qualvoll und langsam. Körperteile werden eingequetscht oder brechen. Die Tiere geraten in Panik, erleiden Kreislaufzusammenbrüche oder Herzinfarkte“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und PETAs Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. „Wer Fleisch und andere Produkte tierischen Ursprungs isst, trägt Mitschuld – nur eine vegane Ernährung hilft den Tieren nachhaltig.“

PETA dankt den beteiligten Einsatzkräften sowie allen weiteren Menschen, die sich bei dem Unfall für die Rettung der Tiere eingesetzt haben.

Hühner dürfen laut der Tierschutztransportverordnung bis zu 12 Stunden am Stück befördert werden. Bereits der Verladevorgang bedeutet enormes Leid für die Tiere, bei dem sie kopfüber in Transportkisten gezwängt werden. Auch ohne die qualvollen Transporte leiden Tiere, die für Ernährungszwecke gehalten und gezüchtet werden. Hühner zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten; die meisten der intelligenten und äußerst sensiblen Lebewesen müssen ihr in der Regel kurzes Leben in dunklen, überfüllten Ställen verbringen, ohne je frische Luft zu spüren.

2023 wurden über 700 Millionen befiederte Tiere und damit Hühner, Gänse, Enten und Puten in deutschen Schlachthäusern qualvoll durch ein Elektrobad oder dem Gas CO2 durch Sauerstoffentzug betäubt und durch den Schnitt durch die Kehle getötet.

PETA Deutschland begeht im Jahr 2024 ihr 30-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass fordert die Organisation, dass Tiere vor dem Gesetz als Personen, das heißt als Träger von schutzwürdigen Interessen, anerkannt werden und Grundrechte erhalten. PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

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