Vatikan: PETA-Unterstützerinnen bitten Papst Leo bei Feierlichkeiten zu Ehren der Jungfrau Maria, Stierkämpfe zu verurteilen

Aktive in weißem Shirt in einer Menschenmenge

Gestern haben zwei PETA-Unterstützerinnen versucht, sich vor das Fahrzeug von Papst Leo XIV. zu werfen, als dieser zur Feier der Unbefleckten Empfängnis der Heiligen Jungfrau Maria auf der Piazza di Spagna in Rom eintraf. Sie wurden von Sicherheitspersonal zurückgehalten. Dabei trugen sie T-Shirts mit der Aufschrift „Stop Blessing Corridas” (Hört auf, Stierkämpfe zu segnen). Diese Aktion war Teil einer Kampagne von PETA UK, die den Papst dazu auffordert, die Verbindungen der katholischen Kirche zum Stierkampf zu kappen und diesen abscheulichen Blutsport endlich zu verurteilen.

„Die Kirche muss ihre beschämende Billigung der Folter und Tötung von Gottes Geschöpfen beenden“, sagt Mimi Bekhechi, PETAs Vizepräsidentin für Großbritannien und Europa. „PETA fordert Papst Leo auf, sich gegen diese Spektakel der Gewalt zu stellen und klar zu machen, dass Stierkämpfe nicht christlich sind.“

Blutsport „im Namen des Herrn“

Jedes Jahr werden Zehntausende Stiere bei Stierkampf-Festivals auf der ganzen Welt getötet. Viele davon werden zu Ehren katholischer Heiliger abgehalten. Angreifer auf Pferden treiben dem Stier zunächst Lanzen in Rücken und Nacken. Danach rammen andere ihm Banderillas in den Rücken, die bei jeder Kopfbewegung starke Schmerzen verursachen und seine Bewegungsfreiheit einschränken. Wenn der Stier schließlich durch den Blutverlust geschwächt ist, erscheint ein Matador und versucht, das Tier zu töten, indem er ihm ein Schwert in die Lunge stößt oder mit einem Messer das Rückenmark durchtrennt. Der Stier kann gelähmt, aber noch bei Bewusstsein sein, wenn seine Ohren oder sein Schwanz abgeschnitten und dem Matador als Trophäe präsentiert werden. Danach wird sein Körper aus der Arena geschleift.

Stierkämpfe sind unchristlich

Papst Franziskus, der Vorgänger von Papst Leo XIV., schrieb in seiner Enzyklika Laudato si‘: „Jeder Akt der Grausamkeit gegenüber einer Kreatur ist gegen die Menschenwürde“. Bereits im 16. Jahrhundert verbot der inzwischen heiliggesprochene Papst Pius V. den Stierkampf, den er als „grausames und niederträchtiges Schauspiel des Teufels und nicht des Menschen“ bezeichnete und im Widerspruch zur „christlichen Frömmigkeit und Nächstenliebe“ sah. In Absatz 2418 des Katechismus der katholischen Kirche heißt es eindeutig, dass Menschen „Tiere nicht unnötig leiden oder sterben lassen“ sollen. Dennoch nehmen katholische Priester häufig an religiösen Zeremonien in Stierkampfarenen teil und betreuen Stierkämpfer in den Kapellen der Arenen. Einige greifen sogar Stiere in Arenen an, während sie eine Soutane tragen.

PETA UK hat sich mehrfach mit Störungen sowie von katholischen Priestern und Prominenten wie Morrissey unterzeichneten Briefen an Papst Franziskus gewandt und ihn aufgefordert, sich gegen Stierkämpfe auszusprechen.

Aktive in weißem Shirt in einer Menschenmenge

Dieses und ein weiteres Bild können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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