PETA hat Videoaufnahmen aus dem Hamburger Tierpark Hagenbeck veröffentlicht, die nach Einschätzung der Tierrechtsorganisation erhebliche Tierschutzprobleme dokumentieren und auf enormes psychisches Leid hinweisen. Bei einem Besuch im Juni 2026 zeigten mehrere Tiere Verhaltensauffälligkeiten, darunter Elefantenbulle Maurice, ein Zebra, ein Braunbär, ein Walross und ein Baumstachler. Die offensichtlich asymmetrischen Flügel der Pelikane und Flamingos deuten darauf hin, dass diese flugunfähig gemacht wurden. PETA geht anhand der Missstände davon aus, dass den Tieren durch ihre Haltungsform länger anhaltende, erhebliche Leiden zugefügt werden. Daher wird die Tierrechtsorganisation Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hamburg gegen die Verantwortlichen erstatten.
„Unsere Beobachtungen im Tierpark Hagenbeck zeichnen ein deutliches Bild: Tiere mit stereotypen Verhaltensweisen und Vögel, die offenbar ihrer natürlichen Fähigkeit zu fliegen beraubt wurden. Das veröffentlichte Material zeigt eindrücklich, warum Zoos den grundlegenden Bedürfnissen von Wildtieren nicht gerecht werden und das Einsperren zu Unterhaltungszwecken endlich beendet werden muss“, so Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche. „Wir bitten deshalb alle Menschen, das Tierleid nicht mit einem Besuch im Zoo zu unterstützen.“

Dieses und weitere Bilder können hier heruntergeladen werden.
Videomaterial senden wir auf Anfrage zu.
Vögel flugunfähig zu machen, verstößt gegen das Tierschutzgesetz
Viele Zoos verzichten meist aus Kostengründen auf bauliche Maßnahmen wie das Überzäunen vorhandener Freianlagen, die eine flugfähige Haltung ermöglichen würden. Stattdessen machen sie vor allem Wasservögel routinemäßig flugunfähig. Dabei verbietet das Tierschutzgesetz „das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres“ (§ 6 Abs.1 S.1 TierSchG). Im Tierpark Hagenbeck wurde die Flamingo-Anlage zwar kürzlich „modernisiert“ – allerdings nur bezogen auf die Filtertechnik, übernetzt wurde die Anlage offenbar nicht. [1]
Zoos bedeuten Tierleid
Seit Jahren erhält PETA regelmäßig Whistleblower-Meldungen zur Haltung verschiedener Tiere im Hamburger Tierpark Hagenbeck. Der Zoo steht öffentlich immer wieder in der Kritik und ging sogar anwaltlich gegen negative Google-Rezensionen vor, die unter anderem Missstände beim Tierschutz bemängelten.
PETA setzt sich grundsätzlich für ein Ende der Zucht und Haltung von Tieren in Zoogefangenschaft ein, weil die artwidrigen Haltungsbedingungen Tierleid verursachen. Mit Artenschutz hat das Einsperren von Tieren in Zoos nach Ansicht der Tierrechtsorganisation nichts zu tun. Auswilderungen finden bei den allermeisten Tierarten nicht statt – in Gefangenschaft haben die Tiere nahezu keine Möglichkeit, Verhaltensweisen, die für ein Überleben in der Natur unverzichtbar sind, zu erlernen. Auch erfüllen Zoos nach Auffassung von PETA keinen Bildungsauftrag: Das Publikum lernt durch die Zurschaustellung von Tieren in Gefangenschaft nichts über ihr natürliches Verhalten. Denn viele der Zoobewohner sind aufgrund der artwidrigen Bedingungen verhaltensgestört und legen kaum ihr natürliches Verhalten an den Tag. Die Tierrechtsorganisation fordert, finanzielle Mittel in den Schutz der natürlichen Lebensräume statt in die Nachzucht und Haltung von Tieren in Zoos zu investieren.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
