Neues Filmmaterial zeigt, dass die vor sechs Monaten gestartete Tierschutzkampagne der Regierung eine Farce ist
Eine aktuelle Recherche von PETA Asien enthüllt das extreme Leid der Tiere, die in der ägyptischen Tourismusindustrie arbeiten müssen. Das neue Filmmaterial zeigt verwesende Tierleichen sowie kranke, verletzte und verhungernde Kamele und Pferde. Sie werden hinter den Pyramiden – außerhalb der Sichtweite von Touristen – zum Sterben zurückgelassen. Die Behörden ignorieren die Zustände weiter. Das ägyptische Ministerium für Tourismus und Altertümer hatte wiederholt versprochen, den grassierenden Missbrauch zu beenden. Ende 2024 sollte außerdem ein Tierschutzprogramm gestartet werden. Derweil sind die Proteste von Anbietern von Pferde- und Kamelritten gegen die Einführung eines von PETA anerkannten Bustransportsystems an den Pyramiden von Gizeh weiter aufgeflammt.
„PETA hat das routinemäßige Schlagen, Treten, Auspeitschen und Aushungern von Pferden und Kamelen an den Pyramiden dokumentiert. Tiere werden buchstäblich zu Tode geritten und dann wie Müll entsorgt“, so Jason Baker, Vizepräsident von PETA Asien. „Die Pyramiden von Gizeh sollten Ägyptens Schönheit und Geschichte repräsentieren, nicht ungehemmte Tierquälerei. Die ägyptische Regierung muss handeln, um diese leidenden Tiere aus Gizeh zu retten. In der Zwischenzeit sollten Touristen diese sogenannten Tierattraktionen um jeden Preis meiden.“
Die aktuellen Aufnahmen zeigen Tiere, die ohne ausreichenden Zugang zu Wasser im Müll nach Nahrung wühlen. Kamele leiden weiterhin an Räude, weil ihnen eine ausreichende tierärztliche Versorgung verweigert wird. Ein mumifiziertes Pferd wurde auf einem provisorischen Tierfriedhof in der Nähe der Pyramiden gefunden – ein herzzerreißender Ort, von dem Touristen nichts erfahren sollen.
Zustände haben sich seit 2019 nicht verändert
Die Recherche beweist, dass sich seit PETA Asiens Mini-Dokumentation im Jahr 2024 nichts geändert hat. Die neue Veröffentlichung folgt auf zahlreiche weitere PETA-Enthüllungen, die den Missbrauch von Pferden und Kamelen in den vergangenen Jahren dokumentierten. Als PETA Asien 2019 erstmals die ausufernde Grausamkeit an wichtigen Touristenattraktionen Ägyptens – darunter die Pyramiden von Gizeh, Sakkara und Luxor – zeigte, versprach das ägyptische Ministerium für Tourismus und Altertümer bedeutende Veränderungen. Doch als die Ermittler 2023 und nun 2025 zurückkehrten, dokumentierten sie, dass die Bedingungen unverändert waren. Die Behörden versuchten sogar, den Missbrauch zu vertuschen und besorgte Touristen einzuschüchtern.
Eine Recherche von PETA Asien zum Kamelmarkt in Birqash aus dem Jahr 2019 löste internationale Empörung aus. Dabei wurde die Misshandlung von Kamelen bei touristischen Angeboten aufgedeckt. Das führte zur Verhaftung von drei Männern und veranlasste zahlreiche Reiseunternehmen zu der Ankündigung, keine Tierritte mehr an den Pyramiden von Gizeh anzubieten. Trotz solcher Gegenaktionen hat das Ministerium nicht einmal sein Versprechen eingelöst, den Tieren bis 2022 ausreichend Schatten zu bieten.
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
Das Videomaterial kann auf Anfrage versendet werden.
