Wiederholt Kanadagänse am Kemnader See mit Pfeilen beschossen – PETA bietet 1.000 Euro Belohnung für Hinweise

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Tierquäler gesucht: Einem Medienbericht zufolge werden seit mehreren Wochen in Bochum und Witten am Kemnader See Kanadagänse mit Pfeilen verletzt. Seit Anfang Juni seien mindestens vier Taten dokumentiert worden. Erst seien nur einzelne Gänse beschossen worden, mit der Zeit mehrere Tiere gleichzeitig. Unter anderem soll ein Pfeil zwölf Zentimeter tief in einem Vogel gesteckt haben und ein Gänseküken am Ellbogengelenk verletzt worden sein. Tierschützer kümmerten sich um die verletzen Tiere. Eine Gans wurde von einem Jäger getötet. Ob die Pfeile mit einer Armbrust geschossen wurden, ist unklar. Die Polizei ermittelt und bittet um Hinweise.

PETA setzt Belohnung aus

Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 1.000 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Personen führen. Wer etwas beobachtet hat oder sonstige Hinweise geben kann, wird gebeten, sich telefonisch bei der Polizei oder unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.

„Die zunehmende Stimmungsmache gegen Kanada- und Nilgänse auch von Politik und Behörden trägt sicherlich dazu bei, dass einige Menschen die Tiere als Feindbild wahrnehmen und darin einen Freibrief für ihre Tötung sehen. Die Rückkehr zu einer sachlichen Debatte ist dringend nötig“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Der oder die Täter müssen schnellstmöglich gefunden werden, bevor weitere Tiere oder auch Menschen zu Schaden kommen.”

Jagd auf Gänse ist sinnlos

Wildgänse, vor allem Kanadagänse und die als “invasiv” stigmatisierten Nilgänse werden in Parkanlagen, Schwimmbädern und an Badeseen vermehrt als Störfaktor gesehen und deshalb verstärkt bejagt. Oft soll ihre Tötung mit einer angeblichen Gesundheitsgefährdung durch den Kot der Tiere legitimiert werden. PETAs Ansicht nach werden die Tiere jedoch getötet, weil sich Menschen von ihnen und ihren Hinterlassenschaften gestört fühlen. Auch sind Behauptungen über eine erhöhte Aggressivität der Gänse nicht haltbar. [1]

Die Jagd ist grundsätzlich nicht geeignet, um Wildtierpopulationen zu regulieren. Die Bejagung von Gänsen kann sogar kontraproduktiv sein. Solange die Flächen einen attraktiven Lebensraum für sie darstellen, werden sich immer wieder Tiere dort ansiedeln. Fachleute setzen daher auf ein effektives tierfreundliches „Gänsemanagement“: Betroffene Flächen werden für Gänse unattraktiv gestaltet, unter anderem mithilfe von sogenannten Fütterungsverboten und spezieller Bepflanzung. Gleichzeitig werden attraktive Ausweichflächen als Rückzugsorte geschaffen.

PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Verantwortlichen zu helfen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] Dr. Johan H. Mooij, Dr. Helmut Kruckenberg, Prof. Dr. Hans-Heiner Bergmann (k.A.): Wissenschaftliche Stellungnahme zu Entwicklungen im Gänseschutz in Nordrhein-Westfalen – hier: Jagd auf GänseDeutsche Ornithologen-Gesellschaft (DO-G) Projektgruppe Gänseökologie. Online abrufbar unter: https://www.nabu-duisburg.de/app/download/4915204863/Stellungnahme_DOG_NRW.pdf. (23.07.2026).

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