Willebadessen-Niesen: Drei Pferde in der Nacht auf Montag mutmaßlich von Menschen verletzt – PETA bietet 500 Euro Belohnung für Hinweise

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Tierquäler gesucht: Laut einem Medienbericht wurden in der Nacht auf Montag drei Pferde im Willebadessener Ortsteil Niesen verletzt. Zwei der Tiere leben auf demselben Hof. Stute Thasary erlitt dort eine Verletzung am Hinterbein, die durch einen Schnitt entstanden sein könnte. Ein weiteres Pferd wurde seitlich am Körper verletzt. Auf einer zweiten Koppel entdeckte eine Halterin am Montagmorgen eine tiefe Stichverletzung im Brustbereich eines Pferdes. Ein Tierarzt versorgte das Tier. Nach Angaben des Medienberichts geht die Polizei in allen drei Fällen davon aus, dass Menschen die Verletzungen verursacht haben. Die Polizei Höxter ermittelt und vermutet einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen. Insgesamt seien mittlerweile zehn ähnliche Fälle im Kreis Höxter und im Kreis Lippe bekannt geworden. Hinweise nimmt die Polizei in Höxter unter 05271/962-0 entgegen.

PETA setzt Belohnung aus

Um den Fall aufzuklären, setzt PETA eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus, die zur rechtskräftigen Verurteilung der tatverantwortlichen Person oder Personen führen. Wer etwas beobachtet oder anderweitig mitbekommen hat, wird gebeten, sich bei der Polizei oder telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierrechtsorganisation zu melden – auch anonym.

„Es ist erschreckend, dass weitere Tiere angegriffen worden sind. Unsere Belohnung soll dabei helfen, entscheidende Hinweise zu erhalten und mehr Sichtbarkeit für die aktuelle Situation zu schaffen, um zu verhindern, dass noch mehr Tiere verletzt werden“, so Lisa Redegeld, Fachreferentin bei PETA. „Um die überregionale Zusammenarbeit zwischen Behörden zu erleichtern, fordert PETA ein behördliches Register für Anschläge auf Pferde und bereits überführte Tierquäler. Mit einem solchen Schritt könnten Menschen, die Pferde halten, zudem über Gefahrenschwerpunkte informiert und gewarnt werden.“

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes,  und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Vorsichtsmaßnahmen – Tipps für Pferdehalter

PETA rät Pferdehaltern zur besonderen Aufmerksamkeit, wenn ein „Pferderipper“ umgeht. Die Tiere sollten nachts nicht ungeschützt auf der Koppel stehen. Lassen sie sich dort nicht ausreichend schützen, sollten die Tiere über Nacht in einer Stallung untergebracht werden, bestenfalls mit Videoüberwachung. Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zudem empfiehlt PETA, Kontrollgänge zu unregelmäßigen Zeiten durchzuführen. Aus Sicherheitsgründen ist es ratsam, dass dabei mindestens zwei Personen anwesend sind und Mobiltelefone bei sich tragen. Verdächtig erscheinende Personen in der Umgebung sollten unbedingt der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden, ebenso wie Personen, die bereits in der Vergangenheit durch ihr Verhalten aufgefallen sind.

Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren

Fachleute aus der Psychologie und Justiz sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes sagt dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwaltschaften, die Richterschaft und Polizei sowie Angestellte im sozialen Bereich dient.

PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten oder ausgesetzten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Verantwortlichen zu helfen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

Quellen

[1] PETA Deutschland e.V. (2018): Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei. Online abrufbar unter: https://www.peta.de/wp-content/uploads/2020/11/Broschuere-A5-Menschen_die-Tiere-quaelen-2019-04-print24.pdf.

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