62 Meldungen in drei Monaten: Tiere auf Weiden unzureichend vor Hitze geschützt – Behörden versagen großteils bei der Durchsetzung des Tierschutzgesetzes

Hitzestatistik 2026 auf Weiden

Tiere waren der Hitze schutzlos ausgeliefert: In den Sommermonaten Juni, Juli und August erreichten PETA insgesamt 62 Meldungen zu Tieren, die auf Weiden nicht ausreichend vor hohen Temperaturen geschützt oder mit Wasser versorgt wurden. Aufgrund der lebensgefährlichen Situationen hat die Tierrechtsorganisation in allen Fällen umgehend die zuständigen Veterinärämter informiert. Zu einigen Haltungen erhielt PETA wiederholt Hinweise, obwohl die zuständigen Behörden bereits mehrfach informiert worden waren. Demnach seien keine Verbesserungen erkennbar gewesen. Aus Sicht der Organisation darf das Wohlergehen von Tieren nicht von der Sorgfalt der Ämter abhängig sein. Die Beobachtungen der Tierrechtsorganisation legen nahe, dass auf deutschen Weiden großteils von Behördenversagen gesprochen werden kann.

„Es ist erschreckend, wie viele Halterinnen und Halter sich nicht ausreichend und verantwortungsbewusst um ihre Tiere kümmern. Insbesondere bei hohen Temperaturen können fehlendes Wasser und mangelnder Sonnenschutz für die Tiere schnell lebensgefährlich werden“, so Monic Moll, Fachreferentin für Whistleblower-Fälle bei PETA. „Jedes Jahr leiden und sterben fühlende Lebewesen an den Folgen dauerhaft hoher Temperaturen. Die Behörden müssen ihrer Verantwortung nachkommen und dieses vermeidbare Leid unterbinden.“

Meldungen zeigen: Schafe und Ziegen besonders häufig betroffen

Von den insgesamt 62 Meldungen betrafen 32 Schafe und Ziegen. In 18 Fällen ging es um Rinder, in acht um Pferde. Je zwei Hinweise bezogen sich auf Schweine und befiederte Tiere. Am häufigsten wurde ein fehlender oder nicht ausreichender Witterungsschutz gemeldet. Zusätzlich kamen Meldungen zu Tieren, denen kein oder nur verschmutztes und sehr warmes Wasser zur Verfügung stand. Zudem wurden ungeschorene Schafe gemeldet. Auch zu Todesfällen erreichten die TierrechtsorganisationHinweise. PETA liegt zahlreiches Bildmaterial vor.

Ausreichend Wasser ist bei Hitze lebenswichtig

Rinder, Schafe und andere Tiere auf Weiden brauchen jederzeit ausreichend sauberes Trinkwasser und Schutz vor starker Sonneneinstrahlung. Schafe benötigen zwei bis vier Liter Wasser pro Tag. Bei Sommerhitze und während sie ihre Kinder stillen, kann der Bedarf auf bis zu zehn Liter am Tag steigen. Rinder, insbesondere auf Hochleistung überzüchtete Kühe in der Milchindustrie, benötigen bei großer Hitze sogar bis zu 250 Liter Wasser pro Tag. Auch sollten immer mehrere Trinkmöglichkeiten zur Verfügung stehen, die an die unterschiedlichen Bedürfnisse aller Herdenmitglieder angepasst sind. Die tierhaltende Person ist im Übrigen verpflichtet, die Herde mindestens einmal am Tag zu kontrollieren. Da dies nicht immer umgesetzt wird, sind Weidetiere teilweise tagelang sich selbst überlassen.

Schatten schützt vor hohen Temperaturen

Auch Schatten schützt die Tiere vor großer Hitze. Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung fordert in § 3 Abs. 2 Nr. 3 einen ausreichenden Schutz der Tiere vor widrigen Witterungseinflüssen. Sofern keine natürlichen Schattenspender wie Sträucher und Bäume vorhanden sind, müssen geeignete Schutzmöglichkeiten geschaffen werden. Insbesondere im Bereich der Landschaftspflege, in dem Schafe und Ziegen mehrmals im Jahr von einem Ort zum anderen transportiert werden, fehlen Schutzmaßnahmen jedoch häufig.

Schafe im Sommer besonders gefährdet

Den meisten in Deutschland gehaltenen Schafen wurde ihr natürlicher Fellwechsel weggezüchtet. Sie müssen daher regelmäßig geschoren werden, sonst leiden sie bei hohen Temperaturen unter ihrer enormen Wolllast. Schafe und Ziegen können schon ab 25 Grad Celsius Lufttemperatur in Hitzestress geraten und im schlimmsten Fall an einem Hitzschlag sterben. Nach der Schur sind Schattenplätze besonders wichtig, da die nackte Haut der Tiere anfällig für Sonnenbrand ist.

Hitzestatistik 2026 auf Weiden

Das Motiv kann hier heruntergeladen werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.

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