Vierte tote Giraffe innerhalb von zwei Jahren: PETA kritisiert nicht tiergerechte Unterbringung im Zoo Augsburg

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Augsburg / Stuttgart, 5. Februar 2015 – Gestürzt und eingeschläfert: Nach dem Tod einer Giraffe im Zoo Augsburg am vergangenen Dienstag – dem vierten Todesfall innerhalb von zwei Jahren – hat sich PETA Deutschland e.V. nun an das städtische Veterinäramt und die Zoodirektion gewandt und aus Gründen des Tierschutzes für ein Ende der Giraffenhaltung plädiert. Aufgrund ihrer empfindlichen Anatomie sind die langbeinigen Paarhufer in Zoos hohen Risiken ausgesetzt, die immer wieder zu Stürzen und tödlichen Verletzungen führen. Nach Auffassung der Tierrechtsorganisation werden in Augsburg die im Mai 2014 in Kraft getretenen Zoorichtlinien bisher nur unzureichend umgesetzt. Enge Boxen, rutschige Böden, Inzucht und riskante Transporte sind charakteristisch für eine tierschutzwidrige Haltung, die zu auffällig hohen Unfall- und Sterberaten bei Giraffen führt. Einen Beitrag zum Artenschutz leisten Zoos nicht, denn die Tierart kann grundsätzlich nicht ausgewildert werden. Die Tierrechtsorganisation fordert ein Nachzucht- und Importverbot für Giraffen.

„Die Ausstattung der Giraffengehege im Augsburger Zoo scheint Unfälle zu fördern. Wir fordern daher auch eine Untersuchung, ob es durch Defizite bei der Haltung zu den Todesfällen kam“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA Deutschland e.V. „Die Tiere können in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden und haben im Zoo nichts zu suchen.“
Giraffenweibchen Luna war am Dienstagmorgen nach einem Sturz am Boden des Giraffenhauses gefunden worden. Sie konnte nicht mehr aufstehen und wurde eingeschläfert.
 
Die neuen Auflagen sehen für Giraffen einen mindestens 200 Quadratmeter großen, trittsicheren und rutschfesten Innenauslauf sowie mindestens 30 Quadratmeter große Einzelboxen mit ausreichend breiten und hohen Türen vor. Im Winter muss ein geschütztes Vorgehege im Außenbereich zur Verfügung stehen. Da die Umsetzung der neuen Richtlinien – auch bei anderen Tierarten – viele Zoos in finanzielle Engpässe stürzt, reagieren einige Einrichtungen mit der zahlenmäßigen Reduzierung und Zusammenlegung von Tierarten.

In den letzten zwei Jahren sind in deutschen Zoos mindestens acht Giraffen verfrüht gestorben. Neben den vier Todesfällen in Augsburg kamen auch in den Zoos Dortmund, Osnabrück und Leipzig mehrere der Paarhufer ums Leben. Zuletzt wurde im Dezember 2014 Giraffe Kibaya im Tierpark Berlin eingeschläfert, nachdem sie sich infolge eines Sturzes während der Nahrungsaufnahme erhebliche Verletzungen zugezogen hatte.

PETA setzt sich grundsätzlich für ein Haltungsverbot von exotischen Tieren ein. In zoologischen Einrichtungen weisen die Wildtiere durch die artwidrigen Haltungsbedingungen in der Regel schwere Verhaltensstörungen auf. Insbesondere bei bedrohten Tierarten wie Menschenaffen, Bären oder Großkatzen sind keine Auswilderungen möglich, weil die Tiere im Zoo überlebensnotwendige Verhaltensweisen nicht erlernen können. Zoobesucher erfahren darüber hinaus nichts über die natürlichen Bedürfnisse und Lebensverhältnisse der Wildtiere.

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Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, [email protected]
 

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