Vergangene Woche filmten Kunden mehrere Karpfen, die in einem Supermarkt in Leimen auf Eis lagen und langsam erstickten. Das Video zeigt, wie die Tiere inmitten des Eises in der Fischtheke liegend den Mund öffneten und vergeblich versuchten zu atmen. Sie erlitten einen langen, qualvollen Todeskampf. PETA hat daher vergangenen Donnerstag aufgrund des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutzschlachtverordnung Strafanzeige gegen die Verantwortlichen erstattet. Das Video des Zeugen wurde als Beweismittel bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg eingereicht. Erst im Februar 2023 erreichten PETA ähnliche Aufnahmen aus einer weiteren Filiale derselben Kette in Rostock. Eine Zeugin filmte damals, wie ein Fisch langsam auf der Eistheke erstickte. Die Tierrechtsorganisation erstattete auch hier Strafanzeige gegen die Verantwortlichen. Vor diesem Hintergrund appelliert PETA an die Bevölkerung, sich vegan zu ernähren, um Grausamkeiten wie diese zu verhindern.
„Einen lebenden Fisch wie Gemüse auf Eis zu legen, wo er nicht atmen kann und langsam und qualvoll erstickt, ist extrem grausam und per Gesetz verboten“, so Meeresbiologin Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Erst letztes Jahr hat die Staatsanwaltschaft Bochum einen Angler zu einer Geldstrafe von 300 Euro (Az.: 41 Js 82/22) verurteilt, weil er einen Fisch ersticken ließ. Wir sollten Fische in Ruhe lassen und sie von unserem Speiseplan streichen.“
Hintergrundinformationen
Fische sind faszinierende Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie kommunizieren über Laute, Gerüche und Körpersprache, schließen Freundschaften, lernen durch Beobachten, kooperieren bei der Jagd und beschützen ihren Nachwuchs. [1; 2] Neben internationalen wissenschaftlichen Studien, die bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren, kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten“. [3] Eine aktuelle Studie der Universität in Bonn zeigt, dass Fische addieren und subtrahieren können. [4] Die Autorin der Studie, Professor Dr. Vera Schlüssel, schließt aus ihren Experimenten, dass Menschen andere Tierarten tendenziell unterschätzen – besonders diejenigen, die nicht zu den Säugetieren zählen. Insbesondere das Leid der Fische wird ihrer Meinung nach ignoriert, da sie nicht „niedlich“ sind, weder Fell noch Federn haben. Ihren qualvollen Toden durch die grausamen Praktiken der kommerziellen Fischerei wird daher wenig Beachtung geschenkt. [5]
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen.
